IRRTUM #1
Doch wer irrt hier wirklich?

In der romantischen Komödie Cyrano de Bergerac von Edmond Rostand wurde der Held Cyrano durch den Viscount de Valvert in geckenhafter Weise wegen seiner Nase aufgezogen. Diese sehr plumpe und einfallslose Anmaßung quittierte Cyrano in ausführlichen und einfallsreichen Worten, an dessen Ende ein Fecht-Duell mit Valvert stand. Cyrano reimte, während er mit Valvert die Klingen kreuzte, eine Ballade[1] bei der er jeden Vers mit den Worten schloss:

Trust-your-Horse - Denn beim letzten Verse stech ich

Hier meine, auf der DVD „Jahrhundertirrtum Vorwärts-Abwärts„, gemachte Aussage, welche durch den Experten Knut Krüger in der CAVALLO 01/2020 eine Widerlegung finden sollte (Text wurde der CAVALLO entnommen):

Weder in den Reitlehren vor der H.Dv.12 noch der H.Dv. 12 gibt es eine Anleitung für das Reiten in Dehnungshaltung. Nach den Alten Meistern muss das Pferd aufgerichtet werden, sobald es an das Reitergewicht gewöhnt wird.

 

Der BALLADE 1. Vers
die Expertenmeinung des CAVALLO-Experten Knut Krüger betreffend

In seinem Widerlegungsversuch meiner Aussage schrieb der CAVALLO-Experte Knut Krüger:

„In der H.Dv.12 von 1912 ist das Reiten in die Tiefe sehr wohl beschrieben. Oft behaupten Ausbilder, dass es in der Reitlehre keine Belege für bestimmte Dinge wie zum Beispiel das Zügel aus der Hand kauen lassen gibt.“

Recherchen sollten immer möglichst umfassend sein, insbesondere, wenn man sich anschickt deutlich beleg- und begründbarere Aussagen damit zu widerlegen.

Nun, hier und dies mag ggf. durch die Redaktion von CAVALLO geschehen sein, darf man festhalten, dass schon die Bezeichnung der durch den Experten zitierten Dienstvorschrift nicht korrekt ist. Im Jahre 1912 handelt es sich nicht um die HDV. 12 von 1912, sondern um die D.V.E. 12 von 1912. Hier hätte ein Blick auf den vorderen Buchdeckel der Vorschrift genügt.

Knut Krüger hat Recht, wenn er davon schreibt, dass das „Reiten in die Tiefe sehr wohl beschrieben“ wurde, u.a. auch in besagter Dienstvorschrift. So wurde davon gesprochen, das das Pferd „Anlehnung in der TIEFE finde müsse“ (sinngemäß: D.V.E. Nr. 12 von 1912) oder dass man dem Pferd „den Weg in die TIEFE zeigen müsse“ (ebenda), so es nicht bereit wäre, diese von selbst aufzusuchen.

Nicht nur in den Dienstvorschriften, sondern auch bei alten Stallmeistern war der Begriff TIEFE in Gebrauch. So sprach E.F. Seidler (1798-1865) vom „Aufrichtung aus der Tiefe“.

Durch die Verwendung dieses Begriffs TIEFE aber haben uns und noch viel mehr den Pferden, jene alten Stallmeister – durch die Dienstvorschriften in die Neuzeit transportiert – unwissentlich ein ziemliches Ei, mit weitreichenden Folgen, ins Nest gelegt. Suggeriert uns neuzeitlichen Menschen (beginnend mit Anfang 20. Jahrhundert) dieser Begriff doch im Extrem eine Position der Pferdenase knapp über dem Boden – in der TIEFE eben. Was dazu führte, dass man Pferde mitunter wie „Jagdhunde schnüffeln“ und „Trüffel suchen“ lässt.

Doch zum einen wurde unter dem Begriff TIEFE in der Vergangenheit die ein-eindeutig definierte NATÜRLICHE HALTUNG (Faustregel: Nase des Pferdes in etwas auf einer Linie Höhe Hüftgelenk) des jungen Remonten verstanden. Diese war quasi die Ausgangsposition, aus der heraus das Pferd AUFGERICHTET und vermehrter AUF DIE HINTERHAND gesetzt wurde und zu der man bei Korrekturbedarf ggf. kurzzeitig zurückfand.

Zum anderen begrenzte sich die Relevanz dieses Begriffs auf den Zeitraum der ersten Gewöhnung des Pferdes an das Reitergewicht. Eines Zeitraums, der im Wesentlichen nur die ersten Tage des Anreitens betraf und mitunter vom Bild des STERNENGUCKERS geprägt war.

Dies mag ein Zitat aus der besagten D.V.E. 12 von 1912 unterstreichen, in der sowohl der Begriff der TIEFE, als auch der der NATÜRLICHEN HALTUNG (welche ebenfalls in der genannten Vorschrift bildlich dargestellt ist) gemeinsam und in einem verständlichem Zusammenhang Verwendung fanden:

Findet eine Remonte nicht bald diese NATÜRLICHE HALTUNG, so muß sie einen Reiter erhalten, der es versteht, ihr gewissermaßen den Weg in die Tiefe zu zeigen.[2]

Womit nun aber der Begriff TIEFE oder „Reiten in die TIEFE“ gar nichts zu tun hat, ist das „Zügel-aus-der-Hand-kauen-lassen“.

Das „ZÜGEL-AUS-DER-HAND-KAUEN-LASSEN“, war Bestandteil einer JEDEN Ausbildungsstufe des Pferdes (HDv.12 von 1937) und diente zur Verprobung der LOSGELASSENHEIT in kurzen Reprisen.

Ein guter Prüfstein für die richtige Arbeit sind nachgebende Zügelhilfen, wobei der Reiter sich die Zügel aus der Hand kauen lässt, ohne die treibenden Hilfen aufzugeben. Das Pferd muss dabei mit nach vorn gedehntem Halse, die Kammlinie leicht nach oben gewölbt und vorwärts-abwärts gerichteter Nase völlig entspannt dahingehen und darf nicht eiliger treten.[3]

Ein Bildbeispiel findet man bei Waldemar Seunig[4] (besonders Pferd Nr.3 zeigt dies – und diese Meinung teilte auch der Verfasser – in vorbildlicher Weise) unter der Überschrift „Entwicklung der Losgelassenheit aus der Zwanglosigkeit“.

Lassen wir nun wieder den CAVALLO-Experten Knut Krüger sprechen:

Einerseits sollten wir vorsichtig sein, etwas zu verändern, das sich bewährt hat. Andererseits ist es wenig hilfreich, an einem alten Wissenstand festzuhalten.“

Ja, man sollte vorsichtig sein etwas zu verändern, was sich bewährt hat, jedoch ist genau dies lange vorher schon geschehen. Man hat im hohen Maße wahrhaft BEWÄHRTES verändert – in sehr vielen Punkten zu Ungunsten der Pferde.

Diese Veränderungen in der Pferdeausbildung hatten sicherlich auch pragmatische Gründe, welche in der notwendigen Anpassung des Einsatzspektrums der Kavallerien zu suchen sind. Die größeren Waffenreichweiten der Artillerie, die Repetierbarkeit der Handfeuerwaffen und das immer besseren taktische Einstellens der Infanterie (Karree anstelle von Linienformationen) machten erfolgversprechende Kavallerieattacken immer schwieriger.

Die Strecken, die zum Gegner während eines Chots (Angriff) zurückzulegen waren, wurden länger, ebenso wie jene, welche dabei im Galopp zurückgelegt werden mussten. Gegen 1870 waren dies schon 600-800 Schritte (450-600 Meter)[5]. Die Ausdaueranforderungen in schneller Gangart an die Pferde erhöhten sich.

Schon nach dem Frieden von 1815 legte man deshalb in den meisten Armeen verstärkt Wert auf Querfeldeinreiten, einer größeren Angleichung an den Sattel und Sitz des Jagdreitens und vor allem auf die Verminderung der von den Pferden zu tragenden Last. Der Galopp wurde wieder zur zentralen Gangart des Angriffs.

Man begann entsprechend sehr viel mehr Wert auf das Training des Galopps zu legen und die Pferde wurden länger gelassen. In manchen Kavallerien (beispielsweise Frankreich – Cadre Noire – Comte d´Aure), durchaus auch in Preußen, fand die angloman geprägte, versammlungslose Vorwärtsreiterei immer mehr Anklang. Dies jedoch ging zu Lasten der Gesundheit der Pferde.

1874 mahnte General von Schmidt, einer der bedeutendsten Kavalleriegeneräle seiner Zeit, aufgrund der steigenden Pferdeverlust (im „Alltagsbetrieb“) eine Rückkehr zur Ausbildung nach altpreußischem (vor 1806) Vorbild an[6]:

Es muss hierbei vorausgesetzt werden das (bezogen auf die Verlängerung der Galoppstrecke beim Chots [Angriff]):

Das die Pferde vornehmlich im Winter-Halbjahr, und sodann fortgesetzt während der Sommerübungen, nach den Grundsätzen und Regeln der altpreußischen Dressurmethoden[7] in die ihrem Gebäude angemessene, richtige Haltung, Aufrichtung, Beizäumung und Versammlung gesetzt worden sind, dieselben sich nicht schwer auf die Zügel legen und nicht fest in der Hand ihrer Reiter, sondern in allen Theilen weich und nachgiebig sind, und ihre Hinterhand gebogen[8] und untergeschoben worden ist, damit dieselbe im Stande ist, vermöge ihrer Elastizität und Spannkraft das Gewicht und die Stöße elastisch aufzunehmen, und dadurch die Vorderfüße zu schonen und zu erleichtern.

Hier beschreibt der General, welche Ausbildungsergebnisse er für die Pferde erwartete. Seine Ansichten, geboren aus großer reiterlicher Erfahrung (u.a. auch aus den Schlachten des Feldzuges von 1870/71), widersprachen entschieden dem damals allgemeinen vorherrschenden Zeitgeist, der eine derartige Pferdeausbildung nicht mehr für notwendig erachtete. Weiter fährt er fort:

Durch das vorstehend bezeichnete richtige Reitverhältnis und die gute Haltung der Pferde, die ihnen zur zweiten Natur geworden sein muß, wird denselben sowohl das Tragen des Gewichts, wie die erhöhte Arbeit unter demselben, insbesondere der verstärkte, verlängerte Galopp, in welchem sowohl Reiter wie Pferd sich wohl fühlen, eine Gewohnheitshaltung annehmen und mit Ruhe athmen lerne müssen, außerordentlich erleichtert und sie werden durch diese Haltung unverhältnismäßig geschont werden“.

In diesen Sätzen machte er deutlich, dass die altpreußische Ausbildung der Pferd und das damit verbundene Reiten in HALTUNG nicht nur die Pferd zu höherer Leistungsfähigkeit brachte, sondern das sie dabei auch in einem hohen Maße geschont werden.

Welche Gefahren und Probleme, durch die gegenteilige (anglomane) Art zu Reiten zum Ausdruck kommen, verdeutlichen seine weiteren Worte:

… während das entgegengesetzte Verhältnis, ein Vorstrecken von Kopf und Hals, ein stieres Genick, ein Festliegen auf den Zügeln in der Faust der Reiter, eine hohe intakte Hinterhand[9] und die dadurch bedingte Unfähigkeit, sich zusammenzuschieben und zu versammeln, sie ruiniert und vollständig aufreibt, besonders wenn in diesem Verhältnisse größere Anstrengungen, lange Galopps von 600 bis 800 Schritt von ihnen verlangt werden. Diese Verfassung ist aber nur die Folge davon, wenn der lange Galopp durch die vielfache und unausgesetzte Uebung desselben erzielt werden soll, ohne daß eine gründliche Durcharbeit des Pferdes seiner Befestigung in der Haltung vorhergegangen ist; nichts ist fehlerhafter wie dies.“.

Die weiteren Worte des Generals lasse ich sowohl ungekürzt als auch unkommentiert und lege sie dem geneigten Leser ans Herz, sich mit diesen etwas intensiver gedanklich auseinander zu setzen:

„Der lange Galopp muß ein Produkt der richtigen Vorbereitung und guter Durcharbeit, tüchtiger Dressur, der Biegung und Versammlung des Pferdes in versammelten Gängen in der Bahn sein. Wird er nur durch unausgesetzte Uebung wohl gar noch während der Winterdressur in der Bahn erzielt, so sind Struppirung der Vorderbeine, Ruin des Magens und der Lunge die unmittelbare Folge davon“.

„ … die Hindernisse des Bodens mit Leichtigkeit überwinden zu können, führt nur durch kurzes und versammeltes Reiten und Arbeiten in der Reitbahn, um die Pferde weich und nachgiebig zu  machen und in das Gleichgewicht zu setzen.“

„Der erhöhte Verbrauch von Pferdematerial in neuerer Zeit kommt nur daher, daß dieser Grundsatz nicht befolgt, hierauf nicht genug Werth gelegt, die Durcharbeit der Pferde nicht rationell genug betrieben wird und überhaupt die Kampagnenreiterei leider bergab gegangen ist, gute Reitlehrer und die richtigen Grundsätze in Betreff Bearbeitung des Soldatenpferdes für tüchtige Leistungen immer seltener geworden sind.

Jedermann weiß, es ist ein Erfahrungssatz und braucht nicht erst bewiesen zu werden, dass ein gut gestelltes, sich im Gleichgewicht bewegendes Pferd eine längere Ausdauer hat, weit größerer Leistungen fähig ist und sich weit länger konserviert, wie ein stieres, ungearbeitetes, schlecht gestelltes Pferd; aber die Geschicklichkeit und die Kunst, auch mangelhafte Pferdegebäude in die richtige Haltung und Verfassung zu bringen, ist allmälig immer mehr abhandengekommen.

Hier also hat man in der Vergangenheit bereits auf Bewährtes verzichtet und das Wissen darüber befand sich auf dem Rückzug. Die Mahnungen des Generals, welcher großen Einfluss hatte, leider aber ein Jahr nach seinem Bericht verstarb, wurden in den Wind geschlagen, ebenso wie Hinweise des Freiherrn von Krane bezüglich des Reitens in HALTUNG.

Jene (anglomane) Reiterei die General von Schmidt in seinem Berichtstext kritisierte, setzte sich ungehindert und heute muss man fast sagen – ungeniert – in die Neuzeit fort.

In Unkenntnis und der Ignoranz dem wirklich Bewährten gegenüber, glaubt man heute, dass das, was man da zusammenreitet, KLASSISCH sei und man versteigt sich sogar in großer Anmaßung dazu, aktuellen Lehrmeinungen den Nimbus der UNUMSTÖSSLICH zu geben.

Die immer aktiver werdende Vorwärts-Abwärts-Reiterei (incl. Dehnungshaltung) der Neuzeit setzt für die Pferde einen weiteren Gipfelpunkt negativer Entwicklung.

Weiter im CAVALLO-Experten-Text von Knut Krüger …

… Beispiel H.Dv.: Sie wurde bis 1937 dreimal überarbeitet. Danach wurde sie nicht fortgeschrieben, aber verändert. Das ist nur mündlich überliefert durch etwa Kurd Albrecht von Ziegner und Paul Stecken. Wahrscheinlich wäre die tiefere Dehnungshaltung und das tiefe Zügel aus der Hand kauen lassen in eine spätere Fassung aufgenommen worden – fast alle Kavalleristen lehrten das Zügel-aus-der-Hand-kauen-lassen bis auf die Schnalle.“

Das die Dienstvorschrift, wie vom Experten Knut Krüger angesprochen dreimal überarbeitet wurde ist richtig, wenn man einen begrenzten zeitlichen Horizont zu Grunde legt. Tatsächlich aber gab es ständig Überarbeitungen von Ausbildungsanweisungen, Instruktionen und Dienstvorschriften in der Kavallerie.

Allein Friedrich II wurde nicht müde mit eigener Feder manches (taktische …) Reglement zu verfassen.

Die vom CAVALLO-Experten Knut Krüger genannten Anpassungen der Dienstvorschriften hatten ihre Ursache nicht in „besserem“ reiterlichem Ausbildungswissen, sondern sie waren im Wesentlichen der Tatsache geschuldet, das das Bildungsniveau der rekrutierten Mannschaften gesunken war …

Für den Mannschaftsersatz ergaben die stark landwirtschaftlich geprägten Provinzen Ostpreußen, Pommern, Mecklenburg, Brandenburg und Schlesien günstigerer Voraussetzungen für Rekruten mit ‚Pferdeverstand‘ als Industriegebiete oder Gebiete mit ausgesprochen kleinbäuerlicher oder gewerblicher Siedlung. So stammten beispielsweise 1927 53% der Freiwilligen aus ländlichen Gebieten und nur 47% aus Städten …[10]

Die HDv. 12 von 1926, welche weit ausführlicher formuliert war als die D.V.E. 12 von 1912 hat hier wohl so manchen Nachwuchskavalleristen intellektuell überfordert. Mit der HDv. 12 von 1937 trug man diesem Problem Rechnung.

Wenn der CAVALLO-Experte Herr Krüger der Meinung ist, dass man die Dienstvorschrift nach der Fassung von 1937 „nicht fortgeschrieben, aber verändert“ hat und diese Änderungen „nur mündlich überliefert“ seien, dann drückt das nur eines aus, dass Herr Krüger entweder nicht beim Militär war oder als schlichter Wehrpflichtiger nicht besonders tief in die Materie eingedrungen ist.

Beim Militär und dies insbesondere in der, noch immer von preußischer Disziplin geprägten damaligen Zeit, wurde jede Änderung schriftlich angewiesen. Entweder in den Richtlinien selbst (Fortschreibungen) oder es gab schriftliche Ausführungsanweisungen. So wie man kein Bildmaterial als Beleg für ein tiefes Einstellen der Pferde finden kann, so findet man auch nirgendwo entsprechendes (offizielles) schriftliches Material.

Was die mündlichen Überlieferungen anbelangt: In einer Zeit, in der die Ausbildung im Gelände zunehmend die dressurmäßige Arbeit in der Reitbahn verdrängte und man immer mehr den Trends anderer Länder (insbesondere Italien und Frankreich) zur Gewöhnung unter Ausschließung der Gymnastik[11] und dem stark vermehrten SPRINGTRAINING folgte, kann man nicht zwingend erwarten, dass die jungen Herrn Offiziere, sich mit ernsthafter Dressur auseinandergesetzt haben, bzw. noch genügend über wahrhaftig gymnastizierende Ausbildung der Pferde wussten. Entsprechend eingefärbt wurde dies von so manchem Kavalleristen in die Neuzeit weitergetragen.

Weiter schrieb der CAVALLO-Experte Knut Krüger:

„Nach der Kavallerie-Zeit wurde die Zucht umgestellt, sodass wir heute andere Pferde vorfinden als damals. Da wundert es nicht, dass es etwa bei der Anlehnung Schwierigkeiten gibt, wenn die Regeln der H.Dv.12 von 1937 eins zu eins übernommen werden.“

An diese Stelle muss ich nun doch etwas emotionaler werden. Diese Aussage ist, obwohl in der heutigen Zeit häufig (als Ausrede) gebraucht, blanker Unsinn, macht aber gleichzeitig deutlich wo das sogenannte Expertenwissen in unseren Tagen häufig bereits endet.

Zu allen Zeiten hat die Zucht oder auch die Natur „Produkte“ hervorgebracht, welche sich zunächst aufgrund physischer oder psychischer Problematiken für das GERITTENWERDEN als wenig geeignet zeigten. Selbst die in der heutigen Zeit  – neudeutsch ausgedrückten – „hypermobilen“ Pferde, welche man gerne ausschließlich unserer Zeit zuschreibt, kamen in der Vergangenheit immer wieder vor.

Der Unterschied zu heute war lediglich, dass die STALLMEISTER von Damals, welche mitunter im Rang von Professoren standen und Reiten an Universitäten lehrten, noch das Wissen hatten, mit solchen Problemen umzugehen und niemals auf die Idee gekommen wären, es der „Unzulänglichkeit“ einer Dienstvorschrift anzulasten, „dass es etwa bei der ANLEHNUNG Schwierigkeiten“ mit solchen Pferdetypen geben könnte.

Um sich darüber tiefere Kenntnis zu verschaffen, wäre es „nur“ erforderlich, frei von jeglichem neuzeitlichen Denken, die Bücher von E.F. Seidler, Louis Seeger, Wilhelm Baumeister, des Freiherrn von Krane, Theodor Heinze und vielen anderen Stallmeistern – denn diese Liste ließe sich beliebig verlängern – gründlich zu studieren und nicht immer nur kontextbefreite, das eigene reiterliche Weltbild stützende Zitate rauszukratzen.

Nächster Punkt des CAVALLO-Experten Knut Krüger:

Im Übrigen wurde die H.Dv.12 für Kriegszwecke abgefasst – kaum werden neben unseren Pferden heute noch Granaten einschlagen. Aus beiden Gründen halte ich es für sinnvoll zu überdenken, ob die Selbsthaltung in Verbindung mit der damals geforderten straffen Zügelführung noch durchführbar und zeitgemäß ist.

Nein, lieber Herr Krüger, die D.V.E. 12 von 1912, die HDv.12 von 1926 und jene von 1937 wurden, gleichwohl sie die Ausbildung von Kavalleriepferden und –reitern betrafen, nicht zu „Kriegszwecke(n)“ abgefasst. Es ging darin primär um die Ausbildung von Pferden zu Reitpferden und Menschen zu Reitern.

Natürlich kamen auch Waffenübungen darin vor, beispielsweise „Gewöhnung an Lanze und Degen“ in der D.V.E. 12 von 1912 (Seite 246 – 4 Zeilen) oder Übungen mit Säbel und Pistole in der HDv. 12 von 1937 (Seite 109f – 15 Zeilen). Dies kann man aber nun wohl kaum eine ausführliche, spezifische Ausbildung zum „Kriegszwecke“ nennen. Auf das „Schussfest machen“ der Pferde wurde Ausbildungstechnisch überhaupt nicht eingegangen!

Lieber Herr Krüger, was ihren Teil-Satz „ … ob die Selbsthaltung in Verbindung mit der damals geforderten straffen Zügelführung …“ anbelangt, überlasse ich es Ihnen und den geneigten Lesern der CAVALLO, den Widerspruch darin zu erkennen.

Dennoch eine kleine Anmerkung hierzu: ANGLOMAN GERITTENE PFERDE bedürfen oft eine „straffe Zügelführung“. RITTIGE PFERDE (z.B. nach altpreußischer Methode) haben als ANLEHNUNG (Angebot an das Pferd sich bei Bedarf abstützen zu können) einen Hauch von Nichts auf Zunge und Lade und lassen sich in JEDER HALTUNG mit kaum merklichen Veränderungen des Drucks reiten, da RITTIGE PFERDE bestrebt sind den gleichmäßigen Druck („Hauch von Nichts“) stets zu erhalten.

Nun zu den Schlussworten des CAVALLO-Experten Knut Krüger …

Wer einzelne Punkte aus einem Reitsystem bzw. einer Reitlehre herauspickt (etwa nur in Aufrichtung reiten ohne mehrmonatige vorausgehende Arbeit am Boden), entwirft damit oft ein verzerrtes Bild eines an sich schlüssigen Ausbildungssystems. Und wer (nur) die Alten Meister zitiert, müsste viel darüber wissen, was damals als selbstverständlich vorausgesetzt wurde.

Ich kann nur zustimmen, was das „herauspicken“ anbelangt und die damit verbundene Verzerrung eines Ausbildungssystems.

Nur stellt sich hier die große Frage, warum man extrem schlüssige Ausbildungskonzepte der Vergangenheit, welche in der Lage waren Hochleistungspferde zu „erschaffen“, welche selbst extremste Belastungen (mitunter 12 Stunden und mehr unter dem Sattel) aushalten konnten, ohne Schaden an Körper und Geist zu nehmen, durch Fehlinterpretationen so verstümmelt hat, dass nur ein Zerrbild einer Lehre geblieben ist, welches man dann auch noch gerne gedankenlos, mit den Begriffen KLASSISCH und UNUMSTÖSSLICH schmückt?!

Was das zitieren „Alter Meister“ anbelangt, überlasse ich dies gerne den Personen, die sich über Zitate versuchen diesen Meistern anzunähern.

Ich studiere die Werke dieser Meister mit wissenschaftlicher Akribie, ziehe Sekundärliteratur zu Rate, betrachte die Entwicklung von Begrifflichkeiten über die Zeiten hinweg. D.h. heißt, ich versetzte mich sehr tief in die Gedanken und die Zeit dieser großartigen Stallmeister hinein.

Und dazu haben ich auch noch das Privileg jeden Tag, fast 365 Tage im Jahr, mit den besten Lehrmeistern arbeiten zu dürfen: den Pferden! Sie und das theoretische Studium geben mir auch Erkenntnisse darüber, „was damals als selbstverständlich vorausgesetzt wurde“ und ermöglichen mir auch solche Lücken zu schließen.

Für die Pferde, diese wunderbaren Tiere und deren Gesundheit setze ich mich mit ganzer Kraft ein – auch ein Grund für diese Zeilen.

Auf den Text im Kästchen („Aus der H.DV.12 (Fassung von 1912) Teil III „Dressur der Remonten“) der Widerlegungsseite des Experten Herrn Knut Krüger werde ich nicht weiter eingehen, denn dem geneigten Leser sollte die Richtigstellung des „Widerspruchs“ bereits in diesem meinem Text aufgefallen sein.

Jedoch werde ich der Vollständigkeit halber das von der CAVALLO angeführte Zitat hier ebenfalls aufführen.

Die Aufrichtung des Halses darf erst beginnen, nachdem das Pferd die sichere Anlehnung in der Tiefe gewonnen hat.“ (…) „Der Reiter muss stets, besonders bei vermehrter Beizäumung, im Pferde das natürliche Streben wach erhalten, den Hals auszudehnen, somit an die Hand heranzugehen.

Soweit zum ERSTEN VERS, den ich wie Cyrano de Bergerac mit den Worten enden lassen möchte …
Trust-your-Horse - Denn beim letzten Verse stech ich1

[1] BALLADE: [volkstümliches] Gedicht, in dem ein handlungsreiches, oft tragisch endendes Geschehen [aus Geschichte, Sage oder Mythologie] erzählt wird.
[2] DVE 12 von 1912 |“Reitvorschrift DVE 12 von 1912“ | 29.06.1912 | Verlag: Ernst Siegfried Mittler und Sohn | Seite 201
[3] HDv 12 von 1937 |“Heeresdienstvorschrift HDv 12 von 1937“ |Ernst Siegfried Mittler und Sohn | Nachdruck WuWei-Verlag 2008| Seite 134
[4] Waldemar Seunig | „Von der Koppel bis zur Kapriole“ | 4. Nachdruck der Ausgabe von 1943 | Verlag Olms | Bild Seite 165
[5] Eine Meile (knapp 7,5 Kilometer) hatte 10.000 Schritte | 1 Schritt damit 0,75 Meter (600 Schritte = 450 Meter | 800 Schritte = 600 Meter).
[6] Kaehler | „Die preußische Reiterei von 1806 bis 1876 in ihrer inneren Entwicklung“ | 1879 | Verlag Ernst Siegfried Mittler und Sohn | Nachdruck Europäischer Geschichtsverlag 2015 | Seite 330ff
[7] General von Schmidt spricht sich hier für die altpreußischen Dressurmethoden von vor 1806 und im Grunde noch etwa bis 1848 aus.
[8] Der Begriff „Biegen“ bedeutet: das Biegen in den Gelenken, Genick, Rücken und Hinterhand und geringgradig das seitliche Biegen, welches man neuzeitlich diese Begriff zuschreibt und damit den ursprünglichen Begriffsinhalt konterkariert.
[9] Eine weitgehend untrainierte Hinterhand
[10] Klaus Christian Richter | „Die Geschichte der deutschen Kavallerie 1919 – 1945“ | 2. Auflage 1982 | Motorbuch-Verlag Stuttgart | Seite 27
[11] Major Moßdorf | „Von der klassischen Reitkunst zum neuzeitlichen Stil beim Reiten über Hindernisse“ | Deutsche Kavallerie-Zeitung – Beiheft 2 vom 1.2.1938 | Verlag Deutsche Kavallerie-Zeitung | Seite 3

Antwort auf den Widerlegungsversuch eines CAVALLO-Experten

Autor: Richard Vizethum
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Trust-your-Horse - The old prussian Art of Riding

Millimeterarbeit

Das ideale Pferd, welches schon als Reitpferd geboren wurde, gibt es nicht, auch wenn man gerne davon spricht, dass die Zucht heute RITTIGE Pferde „produzieren“ würde.

Nur RITTIGE Pferde sind Pferde, die ein langes Pferdeleben lang, gesund, motiviert und leistungsbereit bleiben und die alle an sie durch uns gestellten Anforderungen, ohne Schaden an Körper und Geist zu nehmen, bewältigen können.

Trust-your-Horse - Millimeterarbeit

Kein Pferd wird als Reitpferd geboren. Nur Wenige werden begünstigt geboren. Die allermeisten Pferde jedoch haben mehr oder weniger Gründe die die Nutzung als Reitpferd zunächst einmal einschränken:

Sie liegen mit einem großen Teils ihres Gewichtes auf der Vorhand und sind schief. Viele Pferde sind vorne oder hinten überbaut, haben rückständige oder vorständige Vorderbeine. Gelenkswinkel sind nicht optimal, um für eine ausreichende Federung unter dem Reiter zu sorgen. Die Schultern sind zu kurz oder zu lang, Querarme liegen fast waagerecht und schränken die vordere Stoßdämpfung ein und so weiter …

Solche Einschränkungen können je nach Grad der Nutzung zu mehr oder weniger gesundheitlichen Problemen beim Pferd führen.

Schaden werden die Pferde – verändert man sie nicht körperlich – durch das Reiten auf jeden Fall nehmen, auch wenn uns dieser nicht immer bewusst wird, weil er sich oft langsam und schleichend einstellt und wir die Ursachen gerne anderen Gründen zuschieben wollen.

RITTIGE Pferde werden nicht geboren, sondern sie werden dazu AusGEBILDET!

Jedoch hat die Natur dem Körper eines jeden Lebewesens eine gewissen Umformungs-Flexibilität mitgegeben. So ist es möglich, das Pferd so umzuformen, dass es ihm ohne Probleme ermöglicht wird, einen Reiter und dessen Anforderungen ohne Schaden an Körper und Geist, zu ertragen.

Jedes Pferd MUSS vom NATÜRLICHEN PFERD zum REITPFERD umgeformt werden!

Dies geht nicht (nur) durch Vorwärts-Reiten und dem Prinzip der Anglomanen: Das Gelände wird es schon richten. Dies geht auch nicht durch das Pauken von Lektionen oder dadurch, dass man Pferde im Galopp durch Seitengänge fallen lässt …

Diese Formungs-Arbeit ist MILIMETERARBEIT und keine Spielerei. Sie kostet Zeit und Geduld und sie fordert viel Wissen!

Solche Arbeit geht nicht in ein paar Monaten oder Trainingseinheiten. Das Pferde muss aufgerichtet werden, die Halswirbelsäule in eine etwas andere Form gebracht werden, mit ihr die Rückenlinie (Wirbelkörper) in Richtung Waagerechte angehoben werden. Es müssen Gelenkswinkel in Vor- und Hinterhand verändert werden etc. etc. etc. …

Dies ist ein konzentrierter Entwicklungsprozess, bei dem ein sinnvoller Schritt auf den nächsten sinnvollen Schritt aufbaut und er folgt einem exponentiellem Verlauf. D.h. man sieht lange kaum Fortschritte, bis es schließlich zu einer Entwicklungsexplosion kommt.

Dies muss man bei der AusBILDUNG eines Pferdes berücksichtigen und diese AusBILDUNG muss getan werden – für die dauerhafte Gesundheit des Pferdes.

Wer dies nicht sehen will, oder glaubt dies durch diverse Spielereien zu erreichen, sollte sich entweder einmal etwas eingehender damit beschäftigen, oder sich besser ein Fahrrad kaufen!

Denn für das Pferd haben wir eine Verantwortung!

Eigene Notizen zu „Reiten als schöne Kunst betrachtet“
Autor: Richard Vizethum
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Trust-your-Horse - The old prussian Art of Riding

Wie nimmt ein Pferd wahr?

Nur ein kurzer Text dazu …

Es wird viel geschrieben und gesagt über die Wahrnehmung eines Pferdes. Doch, wie nimmt es wirklich wahr? Konzentrieren  wir uns in diesem Beitrag im Wesentlichen nur mal auf den optischen Sinn, das SEHEN des Pferdes.

Trust-your-Horse - Wahrnehmung des Pferdes

Oft wundert man sich, warum Pferde plötzlich reagieren, obwohl vermeintlich kein Anlass dazu gegeben scheint. Ein kleines Experiment wird Dir zeigen, warum das so ist.

Wir Menschen besitzen die SPRACHE. Sie hat uns in unserer Entwicklung sehr, sehr weit gebracht und sie ermöglicht es mir gerade, Dir etwas über die Wahrnehmung der Pferde zu vermitteln. Aber sie steht uns bei vielen „natürlicheren“ Dingen auch ganz heftig im Weg!

So neigen wir unbewusst dazu, beim Betrachten einer Landschaft, Objekte zu benennen (… ein Auto, ein Strauch, ein Vogel etc. etc.). Damit ISOLIEREN wir diese Objekte. Eine blaue Plane auf einem Reitplatz ist für uns auch in der freien Natur, so sie dort liegen sollte, eine blaue Plane und wir können eine Verbindung zwischen diesen Planen herstellen.

Nicht so für das Pferd. Dieses ist nicht in der Lage Objekte durch Benennungen zu isolieren.

Die blaue Plane auf dem Reitplatz ist für das Pferd nur ein blauer „Fleck“ im Gesamtbild des Reitplatzes. Dieselbe blaue Plane in das Gelände verbracht, wird vom Pferd als ein blauer „Fleck“ in der Landschaft wahrgenommen. Beide blauen Flecke haben nichts miteinander gemein und das Pferd kann auch (zunächst) keine Verbindung zwischen diesen „Flecken“ herstellen.

Das bedeutet: Wenn nun diese Plane am Vortag noch nicht an diesem Ort im Gelände war, dann ist es für das Pferd ein Grund zu reagieren! Durchaus egal wie oft man das Pferd auf dem Reitplatz auf die Konfrontation mit der, nach menschlichem Dafürhalten, blauen Plane vorbereitet hat.

Das ist EIN Aspekt.

Auf einen weiteren Aspekt, warum Pferde manchmal anders reagieren, als wir es erwarten, möchte ich nun mit dem angekündigten kleinen Experiment kommen. Auch hier spielt  ebenfalls die Sprache eine Rolle.

VERSUCH DOCH MAL DIE LANDSCHAFT VOR DIR SO ZU BETRACHTEN WIE DIES EIN PFERD TUT

Das heißt, LASS DIE SPRACHE WEG, benenne keine Objekte!

Dies ist nicht so ganz einfach und bedarf ein kleines bisschen Übung – ist aber machbar.

Du wirst nun erleben, dass plötzlich alles viel ruhiger, um nicht zu sagen langweiliger wirkt – zunächst einmal. Dein Unterbewusstsein stresst sich nicht mehr mit der Benennung von Objekten (schlicht ausgedrückt).

Das aber setzt Kapazitäten frei, die in die WAHRNEHMUNG investiert werden. Plötzlich nimmst Du den Schmetterling in 200 m Entfernung sofort wahr, weil er sich eben bewegt. Deine Wahrnehmung beschleunigt sich und Deine bisher gemachten Erfahrungen tragen nun auch viel schneller dazu bei, eine Situation als gefährlich oder ungefährlich einzustufen. Deine Reaktionsfähigkeit steigt deutlich an.

So, nun kennst Du zwei Gründe, warum Pferde etwas anders reagieren, als wir es erwarten würden 🙂

PROBIERE ES AUS UND DU WIRST DEIN PFERD WIEDER EIN KLEINES BISSCHEN BESSER VERSTEHEN!

Eigene Notizen
Autor: Richard Vizethum
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Trust-your-Horse - The old prussian Art of Riding

Kraft vor Ausdauer

Bild

Trust-your-Horse - Kraft vor Ausdauer

AUSDAUER arbeitet auf der Vorhand. Ein Pferd, das auf der Vorhand arbeitet, arbeitet im Zweifel instinktiv immer gegen den Reiter.
Ein Pferd, das auf der Hinterhand arbeitet, weil dort KRAFT vorhanden ist, ist stets kontrollierbar und nimmt sich selbst aus der Hand des Reiters.

Trainiert man nun Ausdauer zuerst (was im Allgemeinen so stattfindet!) dann kann das Pferd AUSDAUERNDER gegen den Reiter arbeiten!

Noch zwei kleine Hinweise dazu:

AUSDAUER IST ZU 80% WILLE UND 20% KÖRPER
KRAFT IST ZU 80% KÖRPER UND 20% WILLE

IN DER KRAFT IST AUSDAUER ENTHALTEN
IN DER AUSDAUER ABER KEINE KRAFT

So und nun denkt mal über den Sinn von Longieren und Freilaufen unter dem Motto: „Das Pferd muss doch bewegt werden!“, nach.

#trustyourhorse #denkspruenge

Trust-your-Horse - The old prussian Art of Riding

Umformung des Pferdes

In der heutigen Zeit herrscht die extrem angloman geprägte Meinung vor, dass man ein Pferd primär durch Vorwärts-Reiten ausreichend trainieren und gymnastizieren könnte.

Trust-your-Horse - Umformung des Pferdes

Diese Meinung stützt sich u.a. auf die Forderung von Gustav Steinbrecht, die er als „erste Hauptgrundsätze der Kunst“ jedem Reiter zurufen wollte:

Reite dein Pferd vorwärts und richte es gerade!“ [1]

Nur mit dem „Reite dein Pferd vorwärts“ hat Steinbrecht ganz was anderes gemeint, als das, was die gemeine anglomane Reiterwelt darunter verstehen WOLLTE.

Dies machte er in folgender Aussage deutlich:

Unter diesem Vorwärtsreiten verstehe ich nicht ein Vorwärtstreiben des Pferdes in möglichst eiligen und gestreckten Gangarten, sondern vielmehr die Sorge des Reiters, bei allen Übungen die Schubkraft der Hinterbeine in Tätigkeit zu erhalten, dergestalt, daß nicht nur bei den Lektionen auf der Stelle, sondern sogar bei Rückwärtsbewegungen dass Vorwärts, nämlich das Bestreben, die Last vorwärts zu bewegen, in Wirksamkeit bleibt. Man befähigt daher das Pferd durch Übung, seine Schubkraft durch Belastung bis zum Äußersten zu beschränken, man unterdrücke sie aber niemals durch Überlastung“ [1]

Ja“, wird nun der eine oder andere sagen, „… das ist mir schon klar, dass er nicht an das Vorwärtstreiben des Pferdes gedacht hat…“ und er wird, so oder so ähnlich, hinzufügen „Es geht um ein ruhiges Vorwärtsreiten!“.

Nein, auch darum ging es Steinbrecht nicht, was dem aufmerksamen Leser des obigen Steinbrecht-Zitates möglicherweise beim Lesen des letzten Satzes aufgefallen sein dürfte: „Man befähigt daher das Pferd durch Übung, SEINE SCHUBKRAFT durch Belastung BIS ZUM ÄUSSERSTEN ZU BESCHRÄNKEN, man unterdrücke sie aber niemals durch Überlastung“.

Darüber dürft ihr jetzt mal nachdenken!

ZURÜCK ZUR UMFORMUNG

Den weiteren Ausführungen möchte ich einen Merksatz voranstellen:

DURCH VORWÄRTSREITEN BRINGT MAN KEIN PFERD INS GLEICHGEWICHT!
(vor allem nicht wenn man Vorwärts-Abwärts – egal in welcher Form reitet)

Wozu muss ich ein Pferd ins Gleichgewicht bringen, es hat doch schon ein (natürliches) Gleichgewicht?!“ mag der eine oder andere nun fragen.

WEIL EIN REITER AUF DES PFERDES RÜCKEN SITZT UND ES BEWEGUNGEN UND AKTIONEN AUSFÜHREN MUSS, DIE ES VON NATUR AUS ÜBERHAUPT NICHT ODER NUR FÜR GANZ KURZE MOMENTE DURCHFÜHRT!

Das Reaktionssystem des Pferdes ist darauf nicht ausgerichtet und muss dieses erst lernen. Über Vorwärtsreiten geht das schon auch (rudimentär), nach dem Prinzip: „Lerne oder fall aufs Maul!“.

Um das Pferd nicht in solch üble Verlegenheit zu bringen, und da waren sich alle wahren Reiter und Stallmeister der Vergangenheit einig, ist es das erste Ziel, nein die erste Pflicht eines guten Bereiters, dass Pferd in ein notwendiges NEUES GLEICHGEWICHT zu verbringen.

DIES GEHT NUR DURCH AUFRICHTEN!

Korrektes Aufrichten ist UMFORMUNG – notwendige UMFORMUNG!
Diese kann man sehr kunstvoll durchführen, so dass auch das hässlichste Pferdeentlein zum schönen (und rittigen) Schwan wird.

RICHTIGE UMFORMUNG IST WAHRE KUNST UND WIRD NUR VON WENIGEN BEHERRSCHT

Hierzu noch ein Zitat von Steinbrecht, welches meine Arbeit sehr gut beschreibt:

… so kann der Bereiter bei recht klarem Verständnis seiner Kunst viele natürliche Mängel und Übelstände beim Pferde beseitigen und bei solchen Fehlern und Gebrechen, die ihm durch Mißbrauch oder Unverstand früherer Reiter beigebracht sind, oft wahre Wunder wirken, indem es sie durch entsprechende Richtung [Ausrichtung] des Pferdekörpers oft gründlich zu heilen vermag, nachdem alle tierärztliche Hilfe vergebens angewendet war.“ [2]

#trustyourhorse #denkspruenge #gralswegreiten

Datenquellen:

  • [1] Gustav Steinbrecht | „Gymnasium des Pferdes“ | 16. Auflage 1995 (1. Auflage 1884) | Verlag Dr. Rudolf Georgi, Aachen | Seite 72
  • [2] Gustav Steinbrecht | „Gymnasium des Pferdes“ | 16. Auflage 1995 (1. Auflage 1884) | Verlag Dr. Rudolf Georgi, Aachen | Seite 46

Eigene Notizen
Autor: Richard Vizethum
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Übungen dürfen nie Selbstzweck sein

Eine Schule – beispielsweise Schulter(n)herein, welche zur Ausführung kommt, ist niemals Selbstzweck, sondern muss IMMER und in allererster Linie einem gymnastizierenden oder korrigierendem Nutzen folgen.

Trust-your-Horse - Schulterherein de la Guerinere

Jede Schule weißt dabei EINE optimale Form auf, in der der trainingstechnische NUTZEN vollends zur Entfaltung kommen kann.

Beim Beispiel SCHULTER(N)HEREIN wären dies z.B., ein Abstellwinkel des Pferdes zur Bande, von 40-42 Grad, die Nase innerhalb der UNTERSTÜTZUNGSFLÄCHE (Fläche zwischen den Verlängerungslinien der Schultern nach vorn), Aufrichtung und langsame Bewegungen im gleichmäßigen Fluss.

Im Verlaufe des Trainings wird man sich diesem trainingstechnischen Optimum, je nach Pferd, mehr oder weniger schnell annähern.

Oft aber ist man auch gezwungen Abweichungen von diesem Optimum für kurze Phasen oder auch über mehrere Trainingseinheiten, je nach Pferd, in Kauf zu nehmen, um Spezialprobleme zu lösen.

Was bringt das Bestreben sofort das Optimum erreichen zu wollen, wenn die Bewegungsmöglichkeiten des Pferdes dieses (noch) nicht zulassen und man dadurch nur Widersetzlichkeiten und Vertrauensverlust von Seiten des Pferdes provoziert.

Bestmöglicher Lernerfolg hat IMMER Priorität vor netter Darstellung und schnellen Showeffekten!

Dennoch aber ist dieses Optimum auch innerhalb einer „Korrektur“ immer wieder abzufragen, mit dem Ziel dieses möglichst schnell zu erreichen, denn nur das Optimum bietet 100%-Trainingsergebnis.

(Bild: Schulterherein de la Guérinière)

#trustyourhorse #denkspruenge

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Die stille Post reiterlichen Wissens

Es war einmal ein großer Lehrer, der hatte einen Schüler, dem er sein Wissen vermittelte.

Dieser Schüler nahm das Wissen des Meisters, reduzierte es um das, was er nicht verstand und/oder nicht mochte, ergänzte es um eigene Ideen. Dann wurde der Schüler selbst zum Lehrer, der einem Schüler sein Wissen vermittelte.

Trust-your-Horse - Die stille Post reiterlichen Wissens

Dieser Schüler nahm das Wissen des Meisters, reduzierte es um das, was er nicht verstand und/oder nicht mochte, ergänzte es um eigene Ideen. Dann wurde der Schüler selbst zum Lehrer, der einem Schüler sein Wissen vermittelte.

Dieser Schüler nahm das Wissen des Meisters, reduzierte es um das, was er nicht verstand und/oder nicht mochte, ergänzte es um eigene Ideen. Dann wurde der Schüler selbst zum Lehrer, der einem Schüler sein Wissen vermittelte.

Dieser Schüler nahm das Wissen des Meisters, reduzierte es um das, was er nicht verstand und/oder nicht mochte, ergänzte es um eigene Ideen. Dann wurde der Schüler selbst zum Lehrer, der einem Schüler sein Wissen vermittelte.

Dieser Schüler nahm das Wissen des Meisters, reduzierte es um das, was er nicht verstand und/oder nicht mochte, ergänzte es um eigene Ideen. Dann wurde der Schüler selbst zum Lehrer, der einem Schüler sein Wissen vermittelte.

Und alle glaubten, sie lehrten nach den Prinzipien des großen Lehrers der Vergangenheit.

Denkt mal darüber nach!

P.S. mit dem geschriebenen Wort ist es noch schlimmer!

#trustyourhorse #denkspruenge

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In eigener Sache – der Gralsweg

Je mehr man über das Reiten weiß, desto klarer wird es, dass es nur EINEN WEG gibt, ein Pferd auszubilden. Diesen Sachverhalt wird man solange negieren wollen, solange man noch nicht genug weiß und noch (hoffentlich) sucht.

Trust-your-Horse - In eigener Sache
(Bild: „GK Cutting Lena“ Leitstute)

SUCHEN heißt nicht, dass finden wollen, was zum jeweiligen eigenen Weltbild passt, sondern ALLES ANZUNEHMEN und darüber intensiv und ohne Scheuklappen NACHZUDENKEN. SUCHEN heißt auch, sich selbst und sein Tun und Denken stets zu hinterfrage.

Allerdings wird dieses Hinterfragen mit zunehmendem Wissen auf andere, feinere Ebenen gehoben und vieles muss nicht mehr in Frage gestellt werden.
Es stellt sich auch nicht die Frage, was man unter „gutem Reiten versteht“, sondern die Frage was gute, feine Pferdeausbildung und natürlich auch Reiterausbildung ausmacht.

Dazu habe ich an verschiedenen Stellen bereits viel geschrieben oder gesagt und dabei auch immer wieder das Wort GRALSWEG erwähnt. Damit bezeichne ich jenen EINEN WEG, der nicht mehr weiter optimierbar, hocheffizient und pferdefreundlich ist. Einen Weg, der auch heute noch nicht in Gänze beschritten ist – im Gegenteil, man hat sich mitunter sogar sehr weit davon entfernt.

Auf diesem Weg geht es nicht „nur“ um Gleichgewicht – das ist nur EIN ASPEKT – wenn auch der Allerwichtigste. Es geht nicht um Lektionen oder Übungen – diese sind nur Ausdrucksformen oder Hilfsmittel. Es geht nicht um die Show – das ist nur flacher Erfolg, meist zu Lasten der Pferde erkauft. Der GRALSWEG ist nicht laut, er ist leise und wirkt schlicht, manche würden ihn langweilig nennen.

Ein Pferd, welches physisch und psychisch gesund ist und motiviert unter dem Menschen problemlos all das leisten kann, was man von ihm verlangt, ohne daran Schaden zu nehmen, ist mein Ziel.

Ein sicheres Pferd – egal in welcher Situation ist mein Ziel. Was helfen schöne Showbilder, wenn das Pferd nicht im Gelände, selbst unter widrigsten Bedingungen geritten werden kann.

Ich will starke, stolze und sich selbstvertrauende Pferde.

Und ich will REITER, die diesen Pferden gerecht werden und die wissen was sie tun. Denkende Reiter, die Ruhe ausstrahlen, einen perfekten Sitz haben, deren Aktionen, die fein und unsichtbar sind, aus dem Unterbewusstsein kommen und nur den Geist als Richtungsgeber haben.

Und zu allem Überfluss will ich dies mit Menschen und deren Pferden erreichen, für die Reiten „nur“ ein Hobby ist und die im Grunde nur wenig Zeit investieren können.

Ich versuche den GRALSWEG in Gänze zu beschreiten, jeden Tag ein winziges Stückchen mehr. Dabei strebe ich danach, heute das zu übertreffen, was ich gestern geschafft habe. Für mich sind dabei Übungen nicht entscheidend, sondern die Perfektionierung des Wegs. Das ist meine Suche!

Dabei bewege ich mich inzwischen schon sehr stark auf dem GRALSWEG, auch wenn es noch so viel zu entdecken, zu erkennen, zu lernen und zu verändern gibt. Leider kann ich kaum noch mit jemanden darüber reden, bin ich doch gezwungen, immer wieder die kompletten Irrungen der Reiterei aufrollen zu müssen, um  vollständiges Verstehen zu ermöglichen.

So bin ich glücklich über die Ergebnisse, die ich mit meinen Reitschülern und ihren wunderbaren Pferden erziele – und auch in welcher Zeit und unter welchen – mitunter widrigen Rahmenbedingungen – ich diese Ergebnisse erziele!

Vielen Dank an all diejenigen, die mir ihr Vertrauen schenken und an all die wunderbaren Pferdeseelen, die mir Lehrmeister auf dem GRALSWEG sind und die Motivation und den Ansporn geben, immer weiterzumachen, egal wie hart es manchmal ist, dabei auch gegen den Strom schwimmen zu müssen. Ich werde es weiter tun.

FÜR DIE PFERDE!

#trustyourhorse #gralsweg #denkspruenge

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Eine Herzensangelegenheit

Bild

Weder aus trainings- noch aus entspannungstechnischer und vor allem nicht aus therapeutischer Sicht, kann ich VORWÄRTS-ABWÄRTS (tiefere Einstellung von Hals und Kopf des Pferdes) empfehlen.

Selbst bei diesen Pferdefiguren kann man erkennen, dass Pferde, die AUFGERICHTET im gesunden GLEICHGEWICHT unter dem Reiter gehen, stolzer und aufmerksamer schauen und (in der Realität) weniger physische und psychische Probleme haben!

Trust-your-Horse - NOFORWARDDOWN

Einzelbilder und Idee zu diesen Bildern: Nadine Beier
Hashtag #noforwarddown: Trust-your-Horse

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Fühle – das Pferd zeigt Dir den Weg

Es ist so schnell dahingesagt „Du musst nur fühlen, dann sagt Dir das Pferd schon was zu tun ist …“.

Trust-your-Horse FÜHLE - das Pferd zeigt Dir den Weg

Ja, das Pferd sagt uns sehr viel, wenn wir nur genau HINFÜHLEN:

  • es sagt uns, wenn es müde ist,
  • es sagt uns, wenn es traurig ist,
  • es sagt uns, wenn es sich freut,
  • es sagt uns, wenn es Hunger hat,
  • es sagt uns, wenn es sich nicht wohl fühlt,
  • es sagt uns, wenn es uns mag oder auch nicht mag,
  • es sagt uns, wenn es etwas nicht versteht.

Das alles und viel mehr, sagt uns das Pferd, wenn wir unsere Sinne öffnen.

ABER DAS PFERD WIRD UNS NICHTS DARÜBER SAGEN, WIE WIR ES VERÄNDERN SOLLEN.

Denn das, was sich am Pferd verändern MUSS, um als Reitpferd ein langes Leben gesund, motiviert und leistungsbereit zu bleiben, KANN ES UNS NICHT SAGEN!

Wenn wir ein Pferd verändern, dann wird es uns dabei immer wieder die berechtigte Frage stellen: WAS SOLL DAS? Wir aber können ihm nicht erklären: „Du musst jetzt Deinen inneren Schweinhund überwinden und es tun, danach wirst Du Dich viel besser, stärker und stolzer fühlen“. Es wird uns nicht verstehen!

In sehr, sehr feinen, aber auch sehr, sehr groben  ÜBERSPRUNGSREAKTIONEN wird es immer wieder die Frage nach dem Sinn, dessen was wir gerade mit ihm tun, aufwerfen.

Diese ÜBERSPRUNGSREAKTIONEN, schon die Feinsten von ihnen, müssen wir wahrnehmen und vor allem richtig bewerten können. Dazu bedarf es sehr viel Empathie. Wer allerdings Emotionen zulässt, wird nur das Grobe erleben, NIE das FEINE erfühlen!

Nein, das Pferd sagt uns NICHT, wie wir es ausbilden sollen – das KANN ES NICHT!

Aber es sagt uns sehr viel, wie es sich bei dem, was wir mit ihm tun FÜHLT! Wir müssen RECHTZEITIG (den Hauch eines Anzeichens) erkennen, ob es beispielsweise

  • müde ist,
  • etwas nicht verstanden hat,
  • überfordert ist,

Und wir müssen sofort darauf reagieren!

UNSER „ZUHÖREN“ HILFT DEM PFERD NUR AUF DEM WEG, WIR WERDEN ABER NICHTS DARÜBER ERFAHREN, WAS ZU TUN IST, UM DAS PFERD KÖRPERLICH ZU VERÄNDERN – DAS WIRD UNS DAS PFERD NICHT ERZÄHLEN KÖNNEN!

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