Wie nimmt ein Pferd wahr?

Nur ein kurzer Text dazu …

Es wird viel geschrieben und gesagt über die Wahrnehmung eines Pferdes. Doch, wie nimmt es wirklich wahr? Konzentrieren  wir uns in diesem Beitrag im Wesentlichen nur mal auf den optischen Sinn, das SEHEN des Pferdes.

Trust-your-Horse - Wahrnehmung des Pferdes

Oft wundert man sich, warum Pferde plötzlich reagieren, obwohl vermeintlich kein Anlass dazu gegeben scheint. Ein kleines Experiment wird Dir zeigen, warum das so ist.

Wir Menschen besitzen die SPRACHE. Sie hat uns in unserer Entwicklung sehr, sehr weit gebracht und sie ermöglicht es mir gerade, Dir etwas über die Wahrnehmung der Pferde zu vermitteln. Aber sie steht uns bei vielen „natürlicheren“ Dingen auch ganz heftig im Weg!

So neigen wir unbewusst dazu, beim Betrachten einer Landschaft, Objekte zu benennen (… ein Auto, ein Strauch, ein Vogel etc. etc.). Damit ISOLIEREN wir diese Objekte. Eine blaue Plane auf einem Reitplatz ist für uns auch in der freien Natur, so sie dort liegen sollte, eine blaue Plane und wir können eine Verbindung zwischen diesen Planen herstellen.

Nicht so für das Pferd. Dieses ist nicht in der Lage Objekte durch Benennungen zu isolieren.

Die blaue Plane auf dem Reitplatz ist für das Pferd nur ein blauer „Fleck“ im Gesamtbild des Reitplatzes. Dieselbe blaue Plane in das Gelände verbracht, wird vom Pferd als ein blauer „Fleck“ in der Landschaft wahrgenommen. Beide blauen Flecke haben nichts miteinander gemein und das Pferd kann auch (zunächst) keine Verbindung zwischen diesen „Flecken“ herstellen.

Das bedeutet: Wenn nun diese Plane am Vortag noch nicht an diesem Ort im Gelände war, dann ist es für das Pferd ein Grund zu reagieren! Durchaus egal wie oft man das Pferd auf dem Reitplatz auf die Konfrontation mit der, nach menschlichem Dafürhalten, blauen Plane vorbereitet hat.

Das ist EIN Aspekt.

Auf einen weiteren Aspekt, warum Pferde manchmal anders reagieren, als wir es erwarten, möchte ich nun mit dem angekündigten kleinen Experiment kommen. Auch hier spielt  ebenfalls die Sprache eine Rolle.

VERSUCH DOCH MAL DIE LANDSCHAFT VOR DIR SO ZU BETRACHTEN WIE DIES EIN PFERD TUT

Das heißt, LASS DIE SPRACHE WEG, benenne keine Objekte!

Dies ist nicht so ganz einfach und bedarf ein kleines bisschen Übung – ist aber machbar.

Du wirst nun erleben, dass plötzlich alles viel ruhiger, um nicht zu sagen langweiliger wirkt – zunächst einmal. Dein Unterbewusstsein stresst sich nicht mehr mit der Benennung von Objekten (schlicht ausgedrückt).

Das aber setzt Kapazitäten frei, die in die WAHRNEHMUNG investiert werden. Plötzlich nimmst Du den Schmetterling in 200 m Entfernung sofort wahr, weil er sich eben bewegt. Deine Wahrnehmung beschleunigt sich und Deine bisher gemachten Erfahrungen tragen nun auch viel schneller dazu bei, eine Situation als gefährlich oder ungefährlich einzustufen. Deine Reaktionsfähigkeit steigt deutlich an.

So, nun kennst Du zwei Gründe, warum Pferde etwas anders reagieren, als wir es erwarten würden 🙂

PROBIERE ES AUS UND DU WIRST DEIN PFERD WIEDER EIN KLEINES BISSCHEN BESSER VERSTEHEN!

Eigene Notizen
Autor: Richard Vizethum
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Kraft vor Ausdauer

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Trust-your-Horse - Kraft vor Ausdauer

AUSDAUER arbeitet auf der Vorhand. Ein Pferd, das auf der Vorhand arbeitet, arbeitet im Zweifel instinktiv immer gegen den Reiter.
Ein Pferd, das auf der Hinterhand arbeitet, weil dort KRAFT vorhanden ist, ist stets kontrollierbar und nimmt sich selbst aus der Hand des Reiters.

Trainiert man nun Ausdauer zuerst (was im Allgemeinen so stattfindet!) dann kann das Pferd AUSDAUERNDER gegen den Reiter arbeiten!

Noch zwei kleine Hinweise dazu:

AUSDAUER IST ZU 80% WILLE UND 20% KÖRPER
KRAFT IST ZU 80% KÖRPER UND 20% WILLE

IN DER KRAFT IST AUSDAUER ENTHALTEN
IN DER AUSDAUER ABER KEINE KRAFT

So und nun denkt mal über den Sinn von Longieren und Freilaufen unter dem Motto: „Das Pferd muss doch bewegt werden!“, nach.

#trustyourhorse #denkspruenge

Umformung des Pferdes

In der heutigen Zeit herrscht die extrem angloman geprägte Meinung vor, dass man ein Pferd primär durch Vorwärts-Reiten ausreichend trainieren und gymnastizieren könnte.

Trust-your-Horse - Umformung des Pferdes

Diese Meinung stützt sich u.a. auf die Forderung von Gustav Steinbrecht, die er als „erste Hauptgrundsätze der Kunst“ jedem Reiter zurufen wollte:

Reite dein Pferd vorwärts und richte es gerade!“ [1]

Nur mit dem „Reite dein Pferd vorwärts“ hat Steinbrecht ganz was anderes gemeint, als das, was die gemeine anglomane Reiterwelt darunter verstehen WOLLTE.

Dies machte er in folgender Aussage deutlich:

Unter diesem Vorwärtsreiten verstehe ich nicht ein Vorwärtstreiben des Pferdes in möglichst eiligen und gestreckten Gangarten, sondern vielmehr die Sorge des Reiters, bei allen Übungen die Schubkraft der Hinterbeine in Tätigkeit zu erhalten, dergestalt, daß nicht nur bei den Lektionen auf der Stelle, sondern sogar bei Rückwärtsbewegungen dass Vorwärts, nämlich das Bestreben, die Last vorwärts zu bewegen, in Wirksamkeit bleibt. Man befähigt daher das Pferd durch Übung, seine Schubkraft durch Belastung bis zum Äußersten zu beschränken, man unterdrücke sie aber niemals durch Überlastung“ [1]

Ja“, wird nun der eine oder andere sagen, „… das ist mir schon klar, dass er nicht an das Vorwärtstreiben des Pferdes gedacht hat…“ und er wird, so oder so ähnlich, hinzufügen „Es geht um ein ruhiges Vorwärtsreiten!“.

Nein, auch darum ging es Steinbrecht nicht, was dem aufmerksamen Leser des obigen Steinbrecht-Zitates möglicherweise beim Lesen des letzten Satzes aufgefallen sein dürfte: „Man befähigt daher das Pferd durch Übung, SEINE SCHUBKRAFT durch Belastung BIS ZUM ÄUSSERSTEN ZU BESCHRÄNKEN, man unterdrücke sie aber niemals durch Überlastung“.

Darüber dürft ihr jetzt mal nachdenken!

ZURÜCK ZUR UMFORMUNG

Den weiteren Ausführungen möchte ich einen Merksatz voranstellen:

DURCH VORWÄRTSREITEN BRINGT MAN KEIN PFERD INS GLEICHGEWICHT!
(vor allem nicht wenn man Vorwärts-Abwärts – egal in welcher Form reitet)

Wozu muss ich ein Pferd ins Gleichgewicht bringen, es hat doch schon ein (natürliches) Gleichgewicht?!“ mag der eine oder andere nun fragen.

WEIL EIN REITER AUF DES PFERDES RÜCKEN SITZT UND ES BEWEGUNGEN UND AKTIONEN AUSFÜHREN MUSS, DIE ES VON NATUR AUS ÜBERHAUPT NICHT ODER NUR FÜR GANZ KURZE MOMENTE DURCHFÜHRT!

Das Reaktionssystem des Pferdes ist darauf nicht ausgerichtet und muss dieses erst lernen. Über Vorwärtsreiten geht das schon auch (rudimentär), nach dem Prinzip: „Lerne oder fall aufs Maul!“.

Um das Pferd nicht in solch üble Verlegenheit zu bringen, und da waren sich alle wahren Reiter und Stallmeister der Vergangenheit einig, ist es das erste Ziel, nein die erste Pflicht eines guten Bereiters, dass Pferd in ein notwendiges NEUES GLEICHGEWICHT zu verbringen.

DIES GEHT NUR DURCH AUFRICHTEN!

Korrektes Aufrichten ist UMFORMUNG – notwendige UMFORMUNG!
Diese kann man sehr kunstvoll durchführen, so dass auch das hässlichste Pferdeentlein zum schönen (und rittigen) Schwan wird.

RICHTIGE UMFORMUNG IST WAHRE KUNST UND WIRD NUR VON WENIGEN BEHERRSCHT

Hierzu noch ein Zitat von Steinbrecht, welches meine Arbeit sehr gut beschreibt:

… so kann der Bereiter bei recht klarem Verständnis seiner Kunst viele natürliche Mängel und Übelstände beim Pferde beseitigen und bei solchen Fehlern und Gebrechen, die ihm durch Mißbrauch oder Unverstand früherer Reiter beigebracht sind, oft wahre Wunder wirken, indem es sie durch entsprechende Richtung [Ausrichtung] des Pferdekörpers oft gründlich zu heilen vermag, nachdem alle tierärztliche Hilfe vergebens angewendet war.“ [2]

#trustyourhorse #denkspruenge #gralswegreiten

Datenquellen:

  • [1] Gustav Steinbrecht | „Gymnasium des Pferdes“ | 16. Auflage 1995 (1. Auflage 1884) | Verlag Dr. Rudolf Georgi, Aachen | Seite 72
  • [2] Gustav Steinbrecht | „Gymnasium des Pferdes“ | 16. Auflage 1995 (1. Auflage 1884) | Verlag Dr. Rudolf Georgi, Aachen | Seite 46

Eigene Notizen
Autor: Richard Vizethum
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Übungen dürfen nie Selbstzweck sein

Eine Schule – beispielsweise Schulter(n)herein, welche zur Ausführung kommt, ist niemals Selbstzweck, sondern muss IMMER und in allererster Linie einem gymnastizierenden oder korrigierendem Nutzen folgen.

Trust-your-Horse - Schulterherein de la Guerinere

Jede Schule weißt dabei EINE optimale Form auf, in der der trainingstechnische NUTZEN vollends zur Entfaltung kommen kann.

Beim Beispiel SCHULTER(N)HEREIN wären dies z.B., ein Abstellwinkel des Pferdes zur Bande, von 40-42 Grad, die Nase innerhalb der UNTERSTÜTZUNGSFLÄCHE (Fläche zwischen den Verlängerungslinien der Schultern nach vorn), Aufrichtung und langsame Bewegungen im gleichmäßigen Fluss.

Im Verlaufe des Trainings wird man sich diesem trainingstechnischen Optimum, je nach Pferd, mehr oder weniger schnell annähern.

Oft aber ist man auch gezwungen Abweichungen von diesem Optimum für kurze Phasen oder auch über mehrere Trainingseinheiten, je nach Pferd, in Kauf zu nehmen, um Spezialprobleme zu lösen.

Was bringt das Bestreben sofort das Optimum erreichen zu wollen, wenn die Bewegungsmöglichkeiten des Pferdes dieses (noch) nicht zulassen und man dadurch nur Widersetzlichkeiten und Vertrauensverlust von Seiten des Pferdes provoziert.

Bestmöglicher Lernerfolg hat IMMER Priorität vor netter Darstellung und schnellen Showeffekten!

Dennoch aber ist dieses Optimum auch innerhalb einer „Korrektur“ immer wieder abzufragen, mit dem Ziel dieses möglichst schnell zu erreichen, denn nur das Optimum bietet 100%-Trainingsergebnis.

(Bild: Schulterherein de la Guérinière)

#trustyourhorse #denkspruenge

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Die stille Post reiterlichen Wissens

Es war einmal ein großer Lehrer, der hatte einen Schüler, dem er sein Wissen vermittelte.

Dieser Schüler nahm das Wissen des Meisters, reduzierte es um das, was er nicht verstand und/oder nicht mochte, ergänzte es um eigene Ideen. Dann wurde der Schüler selbst zum Lehrer, der einem Schüler sein Wissen vermittelte.

Trust-your-Horse - Die stille Post reiterlichen Wissens

Dieser Schüler nahm das Wissen des Meisters, reduzierte es um das, was er nicht verstand und/oder nicht mochte, ergänzte es um eigene Ideen. Dann wurde der Schüler selbst zum Lehrer, der einem Schüler sein Wissen vermittelte.

Dieser Schüler nahm das Wissen des Meisters, reduzierte es um das, was er nicht verstand und/oder nicht mochte, ergänzte es um eigene Ideen. Dann wurde der Schüler selbst zum Lehrer, der einem Schüler sein Wissen vermittelte.

Dieser Schüler nahm das Wissen des Meisters, reduzierte es um das, was er nicht verstand und/oder nicht mochte, ergänzte es um eigene Ideen. Dann wurde der Schüler selbst zum Lehrer, der einem Schüler sein Wissen vermittelte.

Dieser Schüler nahm das Wissen des Meisters, reduzierte es um das, was er nicht verstand und/oder nicht mochte, ergänzte es um eigene Ideen. Dann wurde der Schüler selbst zum Lehrer, der einem Schüler sein Wissen vermittelte.

Und alle glaubten, sie lehrten nach den Prinzipien des großen Lehrers der Vergangenheit.

Denkt mal darüber nach!

P.S. mit dem geschriebenen Wort ist es noch schlimmer!

#trustyourhorse #denkspruenge

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In eigener Sache – der Gralsweg

Je mehr man über das Reiten weiß, desto klarer wird es, dass es nur EINEN WEG gibt, ein Pferd auszubilden. Diesen Sachverhalt wird man solange negieren wollen, solange man noch nicht genug weiß und noch (hoffentlich) sucht.

Trust-your-Horse - In eigener Sache
(Bild: „GK Cutting Lena“ Leitstute)

SUCHEN heißt nicht, dass finden wollen, was zum jeweiligen eigenen Weltbild passt, sondern ALLES ANZUNEHMEN und darüber intensiv und ohne Scheuklappen NACHZUDENKEN. SUCHEN heißt auch, sich selbst und sein Tun und Denken stets zu hinterfrage.

Allerdings wird dieses Hinterfragen mit zunehmendem Wissen auf andere, feinere Ebenen gehoben und vieles muss nicht mehr in Frage gestellt werden.
Es stellt sich auch nicht die Frage, was man unter „gutem Reiten versteht“, sondern die Frage was gute, feine Pferdeausbildung und natürlich auch Reiterausbildung ausmacht.

Dazu habe ich an verschiedenen Stellen bereits viel geschrieben oder gesagt und dabei auch immer wieder das Wort GRALSWEG erwähnt. Damit bezeichne ich jenen EINEN WEG, der nicht mehr weiter optimierbar, hocheffizient und pferdefreundlich ist. Einen Weg, der auch heute noch nicht in Gänze beschritten ist – im Gegenteil, man hat sich mitunter sogar sehr weit davon entfernt.

Auf diesem Weg geht es nicht „nur“ um Gleichgewicht – das ist nur EIN ASPEKT – wenn auch der Allerwichtigste. Es geht nicht um Lektionen oder Übungen – diese sind nur Ausdrucksformen oder Hilfsmittel. Es geht nicht um die Show – das ist nur flacher Erfolg, meist zu Lasten der Pferde erkauft. Der GRALSWEG ist nicht laut, er ist leise und wirkt schlicht, manche würden ihn langweilig nennen.

Ein Pferd, welches physisch und psychisch gesund ist und motiviert unter dem Menschen problemlos all das leisten kann, was man von ihm verlangt, ohne daran Schaden zu nehmen, ist mein Ziel.

Ein sicheres Pferd – egal in welcher Situation ist mein Ziel. Was helfen schöne Showbilder, wenn das Pferd nicht im Gelände, selbst unter widrigsten Bedingungen geritten werden kann.

Ich will starke, stolze und sich selbstvertrauende Pferde.

Und ich will REITER, die diesen Pferden gerecht werden und die wissen was sie tun. Denkende Reiter, die Ruhe ausstrahlen, einen perfekten Sitz haben, deren Aktionen, die fein und unsichtbar sind, aus dem Unterbewusstsein kommen und nur den Geist als Richtungsgeber haben.

Und zu allem Überfluss will ich dies mit Menschen und deren Pferden erreichen, für die Reiten „nur“ ein Hobby ist und die im Grunde nur wenig Zeit investieren können.

Ich versuche den GRALSWEG in Gänze zu beschreiten, jeden Tag ein winziges Stückchen mehr. Dabei strebe ich danach, heute das zu übertreffen, was ich gestern geschafft habe. Für mich sind dabei Übungen nicht entscheidend, sondern die Perfektionierung des Wegs. Das ist meine Suche!

Dabei bewege ich mich inzwischen schon sehr stark auf dem GRALSWEG, auch wenn es noch so viel zu entdecken, zu erkennen, zu lernen und zu verändern gibt. Leider kann ich kaum noch mit jemanden darüber reden, bin ich doch gezwungen, immer wieder die kompletten Irrungen der Reiterei aufrollen zu müssen, um  vollständiges Verstehen zu ermöglichen.

So bin ich glücklich über die Ergebnisse, die ich mit meinen Reitschülern und ihren wunderbaren Pferden erziele – und auch in welcher Zeit und unter welchen – mitunter widrigen Rahmenbedingungen – ich diese Ergebnisse erziele!

Vielen Dank an all diejenigen, die mir ihr Vertrauen schenken und an all die wunderbaren Pferdeseelen, die mir Lehrmeister auf dem GRALSWEG sind und die Motivation und den Ansporn geben, immer weiterzumachen, egal wie hart es manchmal ist, dabei auch gegen den Strom schwimmen zu müssen. Ich werde es weiter tun.

FÜR DIE PFERDE!

#trustyourhorse #gralsweg #denkspruenge

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Eine Herzensangelegenheit

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Weder aus trainings- noch aus entspannungstechnischer und vor allem nicht aus therapeutischer Sicht, kann ich VORWÄRTS-ABWÄRTS (tiefere Einstellung von Hals und Kopf des Pferdes) empfehlen.

Selbst bei diesen Pferdefiguren kann man erkennen, dass Pferde, die AUFGERICHTET im gesunden GLEICHGEWICHT unter dem Reiter gehen, stolzer und aufmerksamer schauen und (in der Realität) weniger physische und psychische Probleme haben!

Trust-your-Horse - NOFORWARDDOWN

Einzelbilder und Idee zu diesen Bildern: Nadine Beier
Hashtag #noforwarddown: Trust-your-Horse

Fühle – das Pferd zeigt Dir den Weg

Es ist so schnell dahingesagt „Du musst nur fühlen, dann sagt Dir das Pferd schon was zu tun ist …“.

Trust-your-Horse FÜHLE - das Pferd zeigt Dir den Weg

Ja, das Pferd sagt uns sehr viel, wenn wir nur genau HINFÜHLEN:

  • es sagt uns, wenn es müde ist,
  • es sagt uns, wenn es traurig ist,
  • es sagt uns, wenn es sich freut,
  • es sagt uns, wenn es Hunger hat,
  • es sagt uns, wenn es sich nicht wohl fühlt,
  • es sagt uns, wenn es uns mag oder auch nicht mag,
  • es sagt uns, wenn es etwas nicht versteht.

Das alles und viel mehr, sagt uns das Pferd, wenn wir unsere Sinne öffnen.

ABER DAS PFERD WIRD UNS NICHTS DARÜBER SAGEN, WIE WIR ES VERÄNDERN SOLLEN.

Denn das, was sich am Pferd verändern MUSS, um als Reitpferd ein langes Leben gesund, motiviert und leistungsbereit zu bleiben, KANN ES UNS NICHT SAGEN!

Wenn wir ein Pferd verändern, dann wird es uns dabei immer wieder die berechtigte Frage stellen: WAS SOLL DAS? Wir aber können ihm nicht erklären: „Du musst jetzt Deinen inneren Schweinhund überwinden und es tun, danach wirst Du Dich viel besser, stärker und stolzer fühlen“. Es wird uns nicht verstehen!

In sehr, sehr feinen, aber auch sehr, sehr groben  ÜBERSPRUNGSREAKTIONEN wird es immer wieder die Frage nach dem Sinn, dessen was wir gerade mit ihm tun, aufwerfen.

Diese ÜBERSPRUNGSREAKTIONEN, schon die Feinsten von ihnen, müssen wir wahrnehmen und vor allem richtig bewerten können. Dazu bedarf es sehr viel Empathie. Wer allerdings Emotionen zulässt, wird nur das Grobe erleben, NIE das FEINE erfühlen!

Nein, das Pferd sagt uns NICHT, wie wir es ausbilden sollen – das KANN ES NICHT!

Aber es sagt uns sehr viel, wie es sich bei dem, was wir mit ihm tun FÜHLT! Wir müssen RECHTZEITIG (den Hauch eines Anzeichens) erkennen, ob es beispielsweise

  • müde ist,
  • etwas nicht verstanden hat,
  • überfordert ist,

Und wir müssen sofort darauf reagieren!

UNSER „ZUHÖREN“ HILFT DEM PFERD NUR AUF DEM WEG, WIR WERDEN ABER NICHTS DARÜBER ERFAHREN, WAS ZU TUN IST, UM DAS PFERD KÖRPERLICH ZU VERÄNDERN – DAS WIRD UNS DAS PFERD NICHT ERZÄHLEN KÖNNEN!

Eigene Notizen
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Die Konzentration des Pferdes

Pferde sind konzentrationsschwache Lebewesen. Für ein Fluchttier sind im Grunde längere Spannen der Konzentration nicht nötig – anders bei einem Raubtier.

Oft wird gesagt, dass die Konzentrationsspanne eines (jungen) Pferdes etwa 20 Minuten betragen würde.

Trust-your-Horse - Die Konzentration des Pferdes

Diese Aussage will ich so nicht mittragen.

Man kann ein (junges) Pferd durchaus 1-2 Stunden arbeiten und die Konzentration dabei immer wieder „beleben„. Denn meiner Erfahrung nach ist die Konzentration NICHT ABHÄNGIG VON DER ZEITDAUER, sondern von dem was man vom Pferd verlangt und wie gut das Pferd dieses bereits kann.

Bei einer wenig anspruchsvollen Übung ist die Konzentrationsspanne länger, bei einer schwierigen ggf. auch noch unbekannten Übung dagegen deutlich kürzer.

Während ich bei einer leichten Übung durchaus 10 Minuten am Stück ohne Pause mit einem Pferd arbeiten kann, würde eine schwere Übung schon nach 10 Sekunden eine Pause erfordern.

Wenn ich hier von Pause spreche, dann heißt das STEHPAUSE und das unbedingt MINUTENLANG! Das Pferd bekommt dadurch Zeit nachzudenken, sich zu erholen und lernt als weiteren positiven Nebeneffekt lange stehenzubleiben!

Noch ein Hinweis:

PFERDE LANGWEILEN SICH NICHT, wenn man immer wieder und wieder dasselbe verlangt.

Wenn ein Pferd bei einer Übung Übersprungsreaktionen zeigt, dann keinesfalls aufgrund von Langeweile! Solche Reaktionen entstehen allermeistens dann, wenn das Pferd die Übung (noch) nicht versteht oder es müde wird.

MÜDE = PAUSE – immer noch MÜDE = Feierabend (auch schon mal nach 20 Minuten)!

Eigene Notizen
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Couchpotatos

Webdefinitionen
„(Couchpotato) Couch-Potato ist das Klischee einer Person, die einen Großteil ihrer Freizeit auf einem Sofa oder einem Sessel mit Fernsehen, Junk Food essen und Bier trinken verbringt. Der Begriff hat eine negative Konnotation. …“

Sind sechs Stunden gymnastizierender Arbeit in der Woche für Pferde zuviel oder erziehen wir sie nicht vielmehr durch viel zu geringe Belastung zu degenerierten und gesundheitlich anfälligen Couchpotatos?

Als ich einmal, schon vor einer ganzen Weile, darauf hinwiesen habe, dass Pferde sechs Tage in der Woche, am besten 2 x pro Tag je 20-40 Minuten gearbeitet werden sollten, bekam ich von einer ausgebildeten Therapeutin ein sehr harsche Antwort.

Trust-your-Horse - Couchpotatos

Ihrer Meinung nach seinen sechs Tage Arbeit für ein Pferd ein absolutes No-Go. Drei Tage wäre ein anzustrebendes Maximum, denn schließlich müssten die Muskeln genügend Zeit haben sich (von der Anstrengung) zu erholen.

Von was erholen – bitte?

Machen wir mal eine kleine Rechnung auf …

Eine Woche hat 7 Tage á 24 Stunden, also insgesamt 168 verfügbare Stunden.

Nun wollen wir, wie ich dies sehen würde, dem Pferd einen Tag Ruhepause „gönnen“. Es verbleiben also noch 144 Stunden.

Ziehen wir für die verbleibenden 6 Tage, pro Tag noch 16 Stunden (welche der Zeit entsprechen, die man den Pferden nachsagt, dass sie diese mit der Futtersuche, dem Fressen und Schlafen verbringen würden), in Summe 96 Stunden „Freizeit“ ab, verbleiben immer noch

48 STUNDEN VERFÜGBARE ZEIT!

Nun gehen wir mal davon aus, so wie ich das gerne hätte – auch wenn es in der heutigen Zeit in den seltensten Fällen realisierbar ist – das man ein Pferd jeden Tag, sechs Tage die Woche, 2 x pro Tag arbeiten würde – pro Einheit im Mittel 30 Minuten – dann würde das Pferd in Summe in der Woche
6 STUNDEN GEARBEITET WERDEN! (42 Stunden Rest-Freizeit)

Unterstellen wir für die Meinung der Therapeutin jeweils 1 Stunde pro Tag, dann kämen die Pferde bei ihr auf sensationelle
3 STUNDEN TRAININGSZEIT PRO WOCHE! (45 Stunden Rest-Freizeit)

Und jetzt sei nochmal gefragt: WOVON ERHOLEN?

Was tun wir denn in der Regel in dieser „Trainingszeit“ mit den Pferden?

Einer Trainingszeit, die dazu genutzt werden sollte, die Pferde so auszubilden, dass sie möglichst EIN LEBEN LANG, gesund, motiviert und leistungsbereit bleiben werden.

Unterstellen wir mal 1 Stunde Trainingszeit und unterstellen wir weiter, dass wir diese Zeit nicht mit „Spielen“ verbringen, sondern das Pferd reiten.

Was bekommt man allerorten zu sehen?

Schritt – Trab – Galopp, viel davon mitunter im Vorwärts-Abwärts, um das Pferd immer wieder zu „lösen“ oder „entspannen“ zu lassen.

Hier sei auch schon wieder eine Frage gestellt: Wovon entspannen lassen? Von den paar Runden in den genannten Gangarten? Da unterschätzt man gewaltig die (natürliche) Physis der Pferde!

Nun gut, wenn man die Nase des Pferdes, wie oft zu sehen, beim „Aufnehmen“, mit der Kraft der Arme vor die Senkrechte knallt –  egal in welcher Aufrichtung – dann muss man dieses Lebewesen schon mal rauslassen aus dieser Zwangshaltung und der, der das tut, sich selbst und seinen Handschuhen Erholung verschaffen.

Lange Rede – kurzer Sinn: Soviel müssen die Pferde in der Regel bei den allermeisten Reitern nicht leisten.

DIE FOLGE DAVON …

In unseren Ställen und auf den Weiden stehen zu fette Tiere, oder wie es eine Reitschülerin nett formuliert hat: „Pferde mit Muskeln im Fettmantel“ – vergleichbar eben mit menschlichen Couchpotatos.

So, und nun dürft ihr Euch Gedanken darüber machen, ob sechs Tage die Woche (á 1 Stunde) tatsächlich zu viel Belastung für ein Pferd sind?

Ich persönlich sage NEIN!

Sechs Stunden pro Wochen ist ein ganz leicht zu verkraftendes Pensum. Wenn man diese Zeit dann auch noch mit sinn- und wertvoller Dressur und Gymnastizierung verbringt, dann leistet man einen großen Beitrag zur langfristigen Gesunderhaltung seines Reitpferdes.

Ach, im Übrigen bleibt auch bei sechs Stunden Trainingszeit pro Wochen noch genügend Zeit (beim Pferd), um dann, mit einem immer bessere trainierterem und rittigerem Pferd ins Gelände gehen zu können – dem Ort, an dem sich Pferd und Reiter genüsslich tummeln sollten.

Eigene Notizen
Autor: Richard Vizethum
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