Oft macht das angeblich Gesunde krank und das vermeindlich Belastende gesund

Etwas zum Nachdenken …
Notizen vom 01.09.2020

 

In der heutigen Zeit macht es den Eindruck, als wenn immer mehr Pferde Krankheiten aufweisen, welche man als Zivilisationskrankheiten bezeichnen kann. Allergien und Stoffwechselerkrankungen etc. sind auf dem Vormarsch. Ich gehe davon aus, das die Ursachen dafür im Wesentlichen in der Art und Weise begründet liegen, wie wir unsere Pferde nutzen und halten.

Trust-your-Horse - Vermeindlich Gesundes macht krank und vermeindlich Belastendes gesund

Mussten Pferde noch vor 100 Jahren deutlich höhere Leistungen vollbringen und dies bei viel geringeren Futtermengen natürlicheren Futters (Heu, Gras …) und ohne Zusatzpülverchen oder Mineralfuttergaben, so ist die Situation heute so, dass die Leistungsanforderungen massiv zurückgeschraubt wurden, aber gleichzeitig die Futtermengen gestiegen sind.
Für jedes Problemchen hat die Futtermittelindustrie ein Pülverchen parat. Wie bei Bodybuildern (Anabolika …) verspricht man beispielsweise den einfältigen Kunden/innen dass ein Zusatzfutter die Muskeln der Pferde wachsen lassen würde. Etwas was natürlich der menschlichen Bequemlichkeit entgegenkommt, jedoch der pferdischen Gesundheit abträglich ist.
Was wächst sind nicht die Muskeln der Pferde, sondern nur das Portemonnaie des Herstellers und die Fettpolster der Pferde. Wie oft muss ich mir von Pferdebesitzern erzählen lassen, wie gut bemuskelt ihr Pferd doch sei. Jedoch, in allen diesen Fällen blieb mir bisher nur die traurige Pflicht, mitteilen zu müssen, dass ihre Pferde zu fett seien und abspecken müssten.
Spricht man davon, dass man ein Pferd sieben Tage die Woche arbeiten sollte, am besten zweimal am Tag, was von der Belastung her immer noch weit unter den Leistungsanforderungen früherer Zeiten liegt, bekommt man befremdliche Blicke. Es gibt sogar Therapeuten/innen, die sich zu Aussagen versteigen wie: „Die Muskulatur muss unbedingt Ruhepausen bekommen um sich zu regenerieren“. Man empfiehlt allerhöchstens 2-3 Tage Arbeit und danach eine ebenso lange Zeit der „Regeneration“.
Heute habe ich eine Aussage über eine Pferdebesitzerin gehört, die ihr Pferd über Nacht in die Box stellen möchte damit – aufgepasst – die Muskeln endlich wachsen könnten. Kann man so machen. Was man erreicht: nicht belastbare Pferde, deren gesundheitliches Risiko exponentiell steigt.
Diese Situation: Wenig Belastung und ein zuviel an Futter (vor allem auch an Futtermischungen und Zusatzfuttermittel) dürfte massiv dazu beigetragen haben, dass in unseren Pferdepopulationen immer vermehrter Zivilisationserkrankungen wie Allergien und Stoffwechselprobleme auftreten. Die Widerstandskraft des Körpers sinkt und die Anfälligkeit für Erkrankungen steigt.
Auch, dass Insekten stärkere körperliche Reaktionen auslösen, als noch vor Jahren (Sommerekzem-Varianten, Schwellungen …), liegt nicht nur daran, dass über diese inzwischen vermehrt Gifte, die in der Umwelt ausgebracht wurden, in den Pferdekörper gelangen oder das uns der Klimawandel „giftigere“ Insekten beschert habe, sondern auch hier dürften die Ursachen in einer Schwächung der Immunabwehr zu suchen sein, welche durch zu geringe Leistungsanforderungen und fehlgeleiteter Fütterung der Pferde entstehen können.
Ein mehr an korrekter Ausbildung, ergänzt durch Geländereiten (in Haltung) und für viele Pferde eine drastische Reduzierung der Futtermengen, vor allem so manchem Spezialfutters, können durchaus Wunder wirken.
#trustyourhorse #denkspruenge
Autor: Richard Vizethum
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