Spiel doch mal „Polo“

Wieder einmal will das Pferd nicht in die Richtung wenden, in die man möchte und das, obwohl man vermeintlich alles richtig gemacht hat. Wieder und wieder drückt es beim Abwenden nach Links über die rechte Schulter. Man erhöht den Druck – auch der Zügel – doch das Ergebnis ist das Gleiche.

SPIEL DOCH MAL EIN BISSCHEN „POLO“

Stelle 6 Pylone – idealerweise in zwei verschiedenen Farben (z.B. blaue und gelbe Pylone) – beliebig auf dem Reitplatz auf. Als Polostick verwende eine Gerte (Achtung: das Pferde sollte keine heftige Reaktion auf die Gerte zeigen). Halte die Gerte IMMER in der rechten und die Zügel in der linken Hand.

Trust-your-Horse - Spiele Polo

Deine Aufgabe ist es nun, mit der Gerte die einzelnen Pylone zu berühren, die Farben abwechselnd (z.B. gelb – blau – gelb und so fort). Übe es zunächst im Schritt. Wechsle dann aber schnell in den Trab.

Ist der Pylon rechts von Dir – also auf der Seite, auf der Du die Gerte hälts, dann führst Du einen sogenannten Offside-Schlag aus. Ist der Pylon dagegen auf der linken Seite, dann musst Du mit der rechten Hand über den Sattel hinweg versuchen den Pylon zu treffen. Dies ist ein sogenannter Nearside-Schlag

Durch Deine Konzentration auf die Pylone wirst Du feststellen, wie einfach sich Dein Pferd plötzlich lenken lässt, wie es auf jede Körperdrehung von Dir sofort reagiert – ja sogar, wie Dein Pferd plötzlich beginnt „mitzuspielen“.

Spiel ein bisschen Polo und lerne die Wendigkeit Deines Pferdes kennen!

Ecken machen Zirkel rund

Auf Zirkeln und Volten neigen Pferde dazu – abhängig von der Händigkeit – die innere Schulter mehr oder weniger stark „fallen“ zu lassen. Dies führt zu Überlastungssituationen und Balanceverlust. Diesen Balanceverlust versucht das Pferd unter Umständen durch Abkürzen oder Erhöhung der Geschwindigkeit auszugleichen.

Ein gut gerittener Zirkel dagegen ist einer, der rund ist. Ein Zirkel, bei dem das Pferd die Schultern oben behält und den Eindruck erweckt, als würde es auf Schienen laufen – die Spur der Zirkellinie mit dem Körper nachzeichnend.

Wie kann man dies erreichen?

MACHE DAS RUNDE ECKIG

Man teilt die Zirkellinie in 6 oder 8 Ecken ein. Diese Ecken kann man am Anfang als Orientierungshilfe mit Pylonen markieren.

Trust-your-Horse - Ecken machen Zirkel rund

Man reitet immer von einem Pylon zum nächsten. Am Pylon macht man eine Richtungsänderung, um daran anschließend das Pferd wieder auf die kurze Gerade bis zum nächsten Pylon zu entlassen.

Das Entscheidende bei dieser Übung sind nicht die Ecken, sondern die Geraden dazwischen!

Nach jeder Ecke richtet das Pferd die innere Schulter für die Gerade wieder auf. Je öfter man auf diese Weise ein Pferd auf dem „Zirkel“ arbeitet, desto grundsätzlicher wird das Pferd in Kurven die innere Schulter oben behalten.

DIE KOMMUNIKATION UND KORREKTUR

Jeweils am Pylon dreht man sich in die neue Richtung (Körperposition) und gibt ggf. einen unterstützenden Impuls mit dem äußeren Bein.

Sollte es dann noch notwendig sein, so fängt man ein Herauslaufen des Pferdes mit dem inneren Zügel durch einen Impuls nach vorwärts aufwärts und leicht nach innen auf und bringt das Pferd in die neue Richtung. Auf der Geraden richtet man sich gerade und gibt die Zügel etwas nach.

Ein unausbalanciertes Pferd wird am Anfang die gerade Linie nicht halten können. Läuft es über die äußere Schulter, dann bringt man es mit dem inneren Zügel und dem äußeren Bein wieder auf eine gerade Linie. Fällt es dagegen über die innere Schulter, dann verlagert man beide Zügelhände – etwas angehoben – nach außen und setzt die Vorhand wieder vor die Hinterhand.

Diese Übung kann in allen drei Grundgangarten (Schritt, Trab und Galopp) geritten werden.

NUTZE ECKEN UND MACH DEN ZIRKEL RUND!