Spanische Hofreitschule – ein paar Worte dazu

„Die Spanische Hofreitschule Wien ist die älteste Reitschule und die einzige Institution der Welt, an der die klassische Reitkunst in der Renaissancetradition der „Hohen Schule“ seit mehr als 450 Jahren lebt und unverändert weiter gepflegt wird – was auch zum immateriellen UNESCO Kulturerbe der Menschheit zählt.“ [1]

Trust-your-Horse - Spanische Hofreitschule Quo Vadis

Doch was man in den letzten paar Jahren von der Spanischen Hofreitschule zu hören und zu sehen bekam, widerspricht dieser „Kulturpflege“.
Fragwürdige Entwicklungen in den Ausbildungsmethoden der Sportreiterei haben auch bei ihr Einzug gehalten. Wo früher Schönheit und Ausdruck das Bild bestimmten, hat man sich auch in der Vorstellung der Pferde optisch dem Zeitgeist angepasst.

Dies kann für die Zukunft dieses Institutes und für die gesamte Reiterei durchaus fatale Folgen haben.

Bis zum heutigen Tag basiert dort die Kenntnis über die Reitkunst der Renaissance und das daraus resultierende Methodenwissen auf mündlichen Überlieferungen. Die jungen Reiter haben von den alten und erfahrenen Bereitern und Oberbereitern gelernt und so wurde das Wissen über 450 Jahre nahezu unverändert weitergetragen.

Dieser Transfer wurde nicht nur unterbrochen, sondern das „neue Wissen“ welches gerade eingebaut wird, wird das sein, welches in Zukunft mehr oder weniger transportiert werden wird. Falls durch die stattfindende Reduzierung des Dialogs zwischen Alt und Jung überhaupt noch ein Wissenstransfer wie in der Vergangenheit stattfindet kann.

Einer Vergangenheit, bei der Reitmeister wie de la Guérinière, Max Ritter von Weyrother, Louis Seeger und der Freiherr von Oeynhausen neben dem k.u.k. Exerzierreglement für die Kavallerie [2] und den „Directiven“ von  Franz von Holbein-Holbeinsberg [3] die inhaltlichen Vorgaben für die Ausbildung von Reiter und Pferd an der Spanischen Hofreitschule darstellten und nicht niederländische Gedankenlosigkeit.

Ich hoffe sehr, man besinnt sich und kehrt zurück zu dem Weg, der auch dazu führte, das die Hofreitschule es zum immateriellen UNESCO Kulturerbe der Menschheit gebracht hat.

Aus Büchern kann man sich das Wissen der Vergangenheit erlesen, aber ob das, was wir herauslesen auch das ist, was der jeweilige Autor gemeint hat, wage ich zu bezweifeln.

Die Hofreitschule „war“ DIE Institution, quasie „die Hochschule des Reitens“, wie Oberst Alois Podhajsky sie nannte [2], die durch einen praktischen Wissenstransfer dafür gesorgt hat, dass diese, für die Reiterei so wichtigen Erfahrungen der Vergangenheit bis in unsere Zeit „so wie gemeint“ überdauern konnten.

Darum brauchen wir die ALTE Spanische Hofreitschule wieder!

Autor: Richard Vizethum
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Quellen:

  • [1] Spanische Hofreitschule Wien – Website
  • [2] Alois Podhajsky, Die klassische Reitkunst –
  • [3] Bernhard A. Macek, Franz von Holbein-Holbeinsberg: „Directiven“ der Spanischen Hofreitschule. Reitkunst, Militär und Gesellschaft des 19. Jahrhunderts. Wien 2007 (= Historica-Austria Bd. 7).

 

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