Atme!!!

Schlüsselelement Atmung
OHNE RICHTIGE ATMUNG KEIN GUTER SITZ UND KEIN GEGENSEITIGES VERTRAUEN!

Natürlich wird man jetzt sagen: „Ich atme doch – würde ja sonst ersticken!“

Das ist grundsätzlich richtig, doch immer dann wenn unser Körper unter Stress gesetzt wird, sei es physischer oder psychischer Stress, dann beginnt er – um sich auf Verteidigung vorzubereiten – Funktionen „herunterzufahren“. Die Atmung gehört dazu.

Es kommt zu Unterbrechungen des Atemrhythmus…

Die Atmung steht für Momente still, der Körper wird nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Diese Unterversorgung führt – selbst ohne subjektives Empfinden – zu Fehleistungen und Anspannungen.

… oder aber man atmet hastig und flach

Dabei atmet man meist mehr ein als aus. Die Folge ist ein Sauerstoffüberschuss, mit dem der Körper nichts anzufangen weiß – bestehende Blockaden und Verspannungen verstärken sich.

DU BIST NICHT MEHR IM (BEWEGUNGS)FLUSS DEINES PFERDES

Ganz konkret bedeutet dies, dass Du auf jedem Fall nicht mehr im Bewegungsfluss mit Deinem Pferd sein kannst. Du wirst mehr geworfen, die Unsicherheit wächst und der Körper wird noch stärker unter Stress gesetzt, mit den beschriebenen Folgen – ein Teufelskreislauf.

Aber auch das Pferd reagiert darauf – es beginnt zu eilen oder aber es spannt seinen Rücken an und die Tritte werden kürzer. Ein harmonischer Gleichklang ist nicht mehr gegeben.

UNTERBRICH DIESEN KREISLAUF – ATME

So wie ein Erregungszustand die Atmung beeinflusst, so kann man über eine bewusste Atmung seine Erregung steuern. Wer gleichmäßig und ruhig über den Bauch atmet, wird die beruhigende Kraft der Atmung in Form von psychischem Wohlbefinden und Entspannung erleben. Die Fähigkeit seine Atmung zu kontrollieren aber muss durch regelmäßiges Training stetig verbessert werden, so dass man in Stresssituationen auf ein automatisiertes Repertoire zurückgreifen kann.

TRAINIERE REGELMÄSSIG DEINE ATMUNG

Setze Dich auf Dein Pferd und lasse es im Schritt gehen. Schließe die Augen. ATME DABEI TIEF IN DEN BAUCH EIN UND NOCH TIEFER AUS. Lege eine Hand auf Deinen Bauch und FÜHLE WIE SICH DER BAUCH AUFWÖLBT beim Einatmen. „Beobachte Deine Atmung, achte auch auf den kurzen Atemstillstand am Ende des Ausatmens und spreche in Gedanken mit „EIN-AUS-RUHE“ … Fühle die Bewegung Deines Pferdes. Unterbricht es den Fluss konzentriere Dich stärker auf das Gleichmaß Deiner Atmung.

IM TRAB IST ES ANDERS

Der Trab lässt keine tiefe Atmung (Nase ein – Mund aus) zu. ATME RUHIG DURCH DIE NASE EIN UND AUCH WIEDER AUS. Nimm diese Atmung bereits kurz vor dem Wechsel in den Trab auf. Du bleibst damit besser im Fluss des Trabes und vermeidest Verspannungen.

Bring Dein Pferd nicht zum Schwitzen!

„Sobald das Pferd zu schwitzen beginnt, ist dadurch bewiesen, dass der Reiter mit seinen Forderungen das Maß überschritten hat.“
(Faverot de Kerbrech)

Trust-your-Horse - Bring Dein Pferd nicht zum Schwitzen

Dieser Satz des Baucher-Schülers Faverot de Kerbrech hat seine Relevanz nicht nur jetzt im Sommer – wo die Tagestemperaturen manchmal die 30 Grad-Marke überschreiten, die Luftfeuchtigkeit ansteigt und Schwitzen vorprogrammiert zu sein scheint – nein, er gilt zu jeder Zeit, in der man mit einem Pferd trainiert.

Je besser ein Pferd trainiert ist, desto effizienter schwitzt es! Dies gilt für Pferd und Mensch gleichermaßen. Die erste Maßnahme ist also: RICHTIGES TRAINING!

Das Pferd hat eine geringere Hautoberfläche als der Mensch (pro kg Körpergewicht nur die halbe Oberfläche), was ihm zwar hilft, mit Kälte ganz gut zurecht zu kommen, das Herunterkühlen des Körpers bei Hitze aber nicht so leichtfällt. Hinzu kommt ein durch das Schwitzen bedingter hoher Salzverlust. Dieser Mangel reduziert u.a. die Leistungsbereitschaft des Pferdes.

Um Schwitzen zu vermeiden muss man nicht zwangsweise auf den frühen Morgen oder die Nacht ausweichen, um mit seinem Pferd zu arbeiten. Dies geht auch bei 30 Grad am Tage.

ENTSCHEIDEND IST DER TRAININGSAUFBAU!

  • ARBEITE VIEL IM SCHRITT Der Schritt, die „Mutter aller Gangarten“, trägt mehr zur Bildung des Pferdes bei, als man dies glauben mag. Voltenarbeit und Schulterherein im Schritt – beispielsweise – fördern die Balance und tragen zur breiten Entwicklung der Muskulatur bei.
  • VERMEIDE LANGE PASSAGEN IN HÖHEREN GANGARTEN Wechsle von kurzen Trab- oder Galoppreprisen immer wieder zurück in eine ausgiebige Schrittphase.
  • ACHTE AUF DIE ATMUNG DEINES PFERDES
  • FÜHLE WENN DEIN PFERD MÜDE WIRD Mache viele Pausen zwischen den Reprisen. Pausen, in denen sich das Pferd total entspannen kann (z.B. Parkposition).

Autor: Richard Vizethum
Notizen zu „Die Grammatik des Reitens“

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