ANLEHNUNG – noch ein paar Worte

Im Grunde ist ANLEHNUNG ein stehender Begriff seit einigen Jahrhunderten. Schon bei de la Guérinière (* 8. Mai 1688; † 2. Juli 1751)  fand er seine Erwähnung (Appui). Dennoch ist es einer der am meisten diskutierten UND missverstandenen Begriffen in der Reiterei.

In der heutigen Zeit kommt erschwerend hinzu, dass man versucht „politisch korrekt“ zu formulieren und nicht müde wird, Anlehnung neu zu benennen. Das geht von  naheliegenden Worten wie „Kontakt“ über bildsprachliche Begriffe bis hin zu fast mystisch verklärenden Umschreibungen.

Dabei ist alles eigentlich doch ganz einfach …

„ANLEHNUNG ist IMMER Druck auf die Laden des Pferdes. Dieser kann sanft aber auch sehr stark sein. Die Entscheidung über die Stärke des Drucks hat das Pferd!“

(Unterstellt, dass die Zügel in korrekter Grundposition gehalten werden)

Betrachtet man neuzeitliche Beschreibungen des Begriffs, so kann man feststellen, dass man immer von  einem hehren Idealzustand ausgeht. Dieser bedarf aber eines top ausgebildeten Pferdes und eines hochbefähigten Reiters mit einem völlig losgelassenen, ausbalancierten Sitz. Doch auch in dieser Konstellation ist dieser Idealzustand nicht ständig aufrecht zu erhalten.

Da das Pferd die Stärke des Drucks bestimmt – nimmt man die Aussagen der jeweiligen Reitlehre wirklich ernst – dann kann der Reiter nur den korrekten Rahmen liefern – die „stete Hand“ – an welchem sich das Pferd ausrichtet.

Da unterscheiden sich Baucher (exemplarisch) und die Deutschen Reitlehren der Vergangenheit (bis etwa 1930) im Grunde gar nicht soweit. Das Bauchersche „Main fixe“ ist eigentlich nichts anderes als die „stete Hand“ der Deutschen Lehre.

YOGA zeigt was ANLEHNUNG bedeutet

Trust-you-Horse - ANLEHNUNG und kein Ende

Eine liebe Reitschülerin und Freundin, die intensiv Yoga betreibt hat mir ein wunderschönes Bild zum Begriff ANLEHNUNG geliefert …

YOGA: Übt man im Yoga eine Gleichgewichtsübung, wie z.B. den „Yoga-Baum“ (Vrksasana) ein, dann nutzt man anfangs mitunter eine Wand, an die man sich (dezent) ANLEHNT. Die Stärke der Anlehnung bestimmt der Mensch.

PFERD: Für das Pferd ist das Gebiss die Wand an das es sich ANLEHNT! Wie stark es dies tut ist seine Entscheidung!

YOGA: Man löst sich langsam von der Wand und steht nun frei. In diesem Moment „trägt man sich selbst“, man befindet sich im Gleichgewicht. Es mag noch ein Hauch vom Kleidungsstoff die Wand berühren, dennoch steht man frei.

PFERD: Das Pferd zieht sich (minimal) vom Gebiss zurück, löst sich also von der Stütze und „trägt sich selber“, ist also im Gleichgewicht.

YOGA: Kommt man nun wieder aus dem Gleichgewicht, verliert man also die Balance, dann sucht man erneut den Kontakt mit der Wand, um sich wieder anzulehnen.

PFERD: Verliert das Pferd das Gleichgewicht, dann sucht es wieder die Stütze auf dem Gebiss, lehnt sich an.

Ein Wechselspiel, das sich sowohl beim YOGA als auch beim Pferd stetig wiederholt. Mit einem, durch Training verbessertem Gleichgewicht, lassen sich die Phase des „SELBER TRAGENS“ bei Mensch und Pferd immer weiter ausdehnen.

Während beim YOGA die Wand das stabilisierende Moment ist, so ist es beim Reiten die „stete Hand“ / „Main fixe“. Würde diese Wand/Hand die Bewegungen mitmachen, dann käme dies für den, der sich anlehnen möchte, dem Versuch gleich, sich auf einem Schiff bei hohem Seegang an eine Wand lehnen zu wollen. Ein Unterfangen, das im günstigsten Fall Unsicherheit beschert.

Betrachtet man dieses YOGA-Beispiel genau, dann wird man feststellen, das ANLEHNUNG ein völlig zurecht gebrauchter und korrekter Begriff ist. Ihn ersetzen zu wollen, auch beispielsweise durch die Worte „Kontakt“ oder „Berührung“ ist absolut unnötig und wenig zielführend.

Autor: Richard Vizethum
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ANLEHNUNG – ein paar Worte dazu

Als ich mich auf meinen Theoriekurs „Vorwärts-Abwärts – Sinn oder Unsinn“ vorbereitete begegneten mir, wie schon so oft, Begrifflichkeiten wie „Anlehnung“, „An das Gebiss herandehnen“ oder „Vom Gebiss abstoßen“.

Wie bei den allermeisten Begriffen hat auch bei diesen Begrifflichkeiten jeder Leser mitunter ein anderes Bild im Kopf. Will man sie aber wirklich-wirklich verstehen, dann muss man sich von den – mitunter falschen Bildern – neuzeitlicher Definitionen lösen und sich auf den Weg in die Vergangenheit machen.

Trust-your-Horse - Anlehnung

Ich möchte mich zunächst einmal auf den Begriff ANLEHNUNG konzentrieren. Die beiden anderen Begrifflichkeiten lassen sich darunter subsummieren.

Nimmt man sich die Meister der letzten paar hundert Jahre vor, bei denen ANLEHNUNG thematisiert wurde, dann bleibt als Quintessenz folgende Aussage stehen:

„ANLEHNUNG ist IMMER Druck auf die Laden des Pferdes. Dieser kann sanft aber auch sehr stark sein. Die Entscheidung über die Stärke des Drucks hat das Pferd!“
(Richard Vizethum)

Mehr gibt es darüber nicht zu sagen!

Und „politisch korrekt“ sollte man hier auch nicht versuchen zu formulieren, dies würde nur zu realitätsfernen Formulierungen führen.

Formulierungen wie beispielsweise in der „Richtlinie für Reiten und Fahren“ Band 1 der Deutschen Reiterlichen Vereinigung. Diese sind verwirrend und nicht zielführend:

„Anlehnung ist die stete, weich federnde Verbindung zwischen Reiterhand und Pferdemaul. Das Pferd soll durch das taktmäßige, losgelassene Vorwärtsgehen, wofür der Reiter mit seinen treibenden Hilfen verantwortlich ist, die Anlehnung an das Gebiss suchen und somit an die Hand des Reiters herantreten … sie muss das Ergebnis der richtig entwickelten Schubkraft sein.“
(Richtlinie für Reiten und Fahren Bd.1 Seite 171)

Diese Aussage beinhaltet eine ganze Menge Voraussetzungen, die so von den Altvorderen, wenn sie über Anlehnung sprachen, nicht in diesem Zusammenhang thematisiert wurden und die auch nicht zu jedem Ausbildungsstand eines Pferdes erfüllbar sind.

Volle Anlehnung“ wurde beispielsweise bei Steinbrecht schon beim Anreiten einer Remonte erwartet. Zu einem Zeitpunkt, wo man weit davon entfernt ist, von einem taktmäßig und losgelassen vorwärtsgehendem Pferd sprechen zu können. Einem Pferd, dem man seine Schubkraft erst einmal unter dem Reitergewicht wieder zurückgeben muss um sie dann zu entwickeln.

Auch stellt die Formulierung
Anlehnung ist die stete, weich federnde Verbindung zwischen Reiterhand und Pferdemaul
ein nicht zu erreichendes Optimum dar, zumal der Kontakt ja vom Pferd ausgehen soll!

In diesem Zusammenhang sind wir dann auch bei den Begrifflichkeiten „An das Gebiss herandehnen“ und „Vom Gebiss abstoßen“.

Im Grunde genommen darf man sich das wie folgt vorstellen:

Dem Pferd wird das Gebiss „hingestellt“. Dabei dürfen die Zügel nicht zu lang sein, dies dürfte sich von selbst verstehen, zumindest hat das u.a. Steinbrecht so verstanden. Das Pferd wird motiviert vorwärts zu gehen und soll sich nun an die „Grenze“ Gebiss herandehnen – und zwar nach vorwärts.

Erreicht es bei diesem Dehnen die Grenze und „dehnt“ es sich weiter, wird der Druck auf die Laden immer stärker. Das Pferd hat nun die Möglichkeit sich tiefer in den Schmerz rein und auf die Zügel zu legen oder vom Schmerz zu weichen, sich also „vom Gebiss abzustoßen“.

Der lose Zügel scheidet die Reitlehren

Streng genommen müsste dabei ein „loser Zügel“ entstehen, also jener Hauch von Kontakt, den man sich doch in allen Reitlehren wünscht.

Genau! Das klingt doch alles so ähnlich wie die „unverrückbare Hand“ (siehe General L`Hotte) bei François Baucher – „Main fixe“. Diese stellt ein zentrales Element dessen Zügelführung dar. Leider wird dies häufig mit „fester Hand“ übersetzt, was zwangsläufig ein anderes, falsches Bild erzeugt.

Baucher macht damit genau das gleiche wie Steinbrecht und andere. Er zeigt dem Pferd eine klare Grenze auf. Und auch er erwartet, dass sich das Pferd von dieser Grenze, dem „Gebiss, abstößt“.

Dennoch gibt es einen kleinen, aber feinen Unterschied, nämlich eben diesen losen Zügel!

Während bei Baucher der lose Zügel ein gewünschtes Ergebnis ist, das Pferd soll „hinter die Hand“ (nicht zu verwechseln mit „hinter die Senkrechte“!) gehen – sich also auch vom „Gebiss abstoßen“, ist dieser „lose Zügel“ bei der deutschen Reiterei absolut nicht erwünscht.

So kritisierte beispielsweise Louis Seeger in seinem Pamphlet „Ein ernstes Wort an Deutschlands Reiter“ Francois Baucher wie folgt:
… weil sein Pferd auch hierin hinter dem Zügel geht, also nicht die bedingte leichte, sondern gar keine Anlehnung hat“.

Er ging sogar so weit, in diesem Zusammenhang auch gleich noch Erklärungen für die Nutzung des Nasenriemens beim englischen Reithalfter, sowie über eine mögliche Stärke der Anlehnung mitzuliefern:

Den Nasenriemen kann Herr Baucher entbehren, weil er nie das Pferd andauernd mit steter ZügelANLEHNUNG führt, es mithin keine Gelegenheit erhält, sich der STRENGEN Wirkung der Gebisse durch zu freie Bewegungen der Unterkinnlade zu entziehen, welches der NASENRIEMEN zu verhindern bestimmt ist.

Der Unterschied zwischen Baucher und Vertretern der Deutschen Reitlehre (die aktuelle Deutsche Reitlehre sei hier mal ausgeklammert) ist also schlicht nur ein Hauch von Druck mehr (lässt man jetzt mal Seegers „STRENGE Wirkung der Gebisse“ beiseite) bei der Deutschen Reitlehre. Gerittenes Optimum (jede Seite reitet im Wortsinne ihrer Regeln) unterstellt …

Druck Baucher = 0 / Druck Deutsche Lehre = >1

Sieht nach einem kleinen Unterschied aus – oder?

Allerdings ist anzumerken, dass man bei Baucher die 0 SIEHT, während man bei der Deutschen Reitlehre kaum erkennen kann, ob der Druck nun 1 oder 1+x ist.

Weiterlesen:
ANLEHNUNG – noch ein paar Worte

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Deutsche Reitvorschriften und der Weg zur Skala der Ausbildung

Da die Reiterei in Deutschland, mit ihrem großen Einfluss auf die internationale Reiterei, sehr stark geprägt wurde durch das Militär und deren Ausbildungsrichtlinien für Pferd und Reiter, möchte ich an dieser Stelle versuchen, alle relevanten Informationen über Deutsche Reitvorschriften nach und nach zusammenzutragen.

Trust-your-Horse - Reitvorschriften

1825 und 1826 | Instruction zum Reit-Unterricht für die Kgl.Preußische Kavallerie

Generalmajor Friedrich Georg Ludwig von Sohr erhielt als Direktor der 1816 in Berlin gegründeten preußischen „Militär-Reit-Anstalt“ den Auftrag eine Reitinstruktion auszuarbeiten, welche dem gesamten Reitunterricht in der Armee zugrunde gelegt werden sollte. Diese „Instruction zum Reit-Unterricht für die königlich preussische Kavallerie“ gelangte in den Jahren 1825 bis 1826 in vier Teilen zur Ausgabe und zur Einführung in die Truppe. Mehr als ein halbes Jahrhundert hindurch stellte sie die bindende Regel für die gesamte Reit- und Pferdeausbildung der preußischen und der deutschen Kavallerie dar. Auch später erfolgte Neubearbeitungen haben an deren Inhalt nicht viel wesentliches geändert. Diese Reitinstruction diente nicht nur als Ausbildungsanweisung für die militärische Reitausbildung, sondern sie wirkte auch grundlegend auf die nichtmilitärische Reitausbildung.

  • Teil 1 der Instruction behandelte den Unterricht der Reiter der ersten Klasse (Kavalleristen mit nur 3-jähriger Dienstzeit). Die einzelnen Elemente waren hier: „Unterricht auf Decke und Trense“, „Unterricht auf Sattel und Trense„, „Unterricht auf Sattel und Kantare“ sowie den „Unterricht mit den Waffen und im Gliede„.
  • Teil 2 der Instruction thematisierte neben der Schulung von Reitern für das Unterrichten der Rekruten der Kavallerie das Zureiten der neu erworbenen Pferde, nämlich die „Remonten-Dressur„. Letzte Aufgabe bestand laut Instruktion darin, „aus einem rohen Remonte-Pferd ein brauchbares Dienstpferd zu bilden„.
  • Teil 3 der Instruction (Erschienen 1826) war „ausschließlich zum Gebrauch bei der Lehr-Eskadron bestimmt„. Er beschrieb den Ablauf des Unterrichts für die dritte Klasse der Reiter (Offiziere und besonders befähigte Unteroffiziere). Diese sollten in ihrem praktischen Können, wie in ihren theoretischen Kenntnissen gefördert werden. Zudem sollte sich diese Schulung in einer optimierten Ausbildung der Pferde dieser Reiter niederschlagen.

Diese Instruction schrieb eine zwingende Reihenfolge von Ausbildungszielen vor, die es unter „Berücksichtigung der Kräfte des Pferdes“ einzuhalten galt. Diese sind:

1. Gehorsam, 2. Aufrichtung (auf Basis Anlehnung), 3. Gleichgewicht und 4. Versammlung.

1850 | Reit-Instruction für die leichte Kavallerie

1850 publizierte der preussische Kavallerieoffizier E. Herstatt dieses Lehrbuch, welches weitgehend den Reitunterricht für die kurzzeitig dienenden Kavalleristen (Klasse 1 – mit nur 3-jähriger Dienstzeit) behandelte.

1851 | Kavallerie-Katechismus

In einer Art Repetitorium fasste Herstatt die aus seiner Sicht wichtigsten Inhalte seiner Instruction von 1850 in 82 Fragen und Antworten für den ersten Teil und 108 Fragen und Antworten für den zweiten Teil der Anweisung zusammen. Dabei gab Herstatt die relevanten Formulierungen der Instruktion von 1850 in der Regel wörtlich wieder.

1882 | Instruction zum Reitunterricht für die Kavallerie

Kaiser Wilhelm I. übergab diese Anweisung als D.V.E. No. 12 am 31. August 1882 dem Kriegsministerium und bestimmte diese als für das gesamte militärische Reiten verbindliche Vorschrift. Dieses zweibändige Werk umfasste knapp 400 Seiten. Alle früheren diesbezüglichen Edikte wurden durch diese Anweisung außer Kraft gesetzt.

1912 | Reitvorschrift D.V.E. Nr. 12

Am 29. Juni 1912 genehmigte Wilhelm R.v. Heeringen die Reitvorschrift D.V.E. Nr. 12. (Reitvorschrift zur Ausbildung von Pferd und Reiter für die deutschen Kavallerieregimenter). In Bayern, wo sie marginale Änderungen beinhaltete, trug diese Vorschrift die Bezeichnung D.V. 16.

Sie ersetzte die „Instruktion zum Reitunterricht für die Kavallerie“ vom 31.08.1882 und führte gleichzeitig deren beiden Teile in einer Vorschrift zusammen, was einen großen Verbesserung darstellte. Darüber hinaus wurde die Vorschrift mit besseren und aussagefähigeren Zeichnungen versehen.

Inhaltlich verantwortlich für die D.V.E. Nr. 12 zeichnete ein reiterlich sehr hochrangiges Gremium aus folgenden Personen:

  • Kgl. Bayr. Generalmajor z.D. Max Freiherr von Redwitz;
  • Kgl. Pr. Oberleutnant Felix Bürkner;
  • Kgl. Pr. Hauptmann Lauffer
  • Kgl. Pr. Oberst Hans von Heydebreck

Gleichzeitig mit Einführung der D.V.E. Nr. 12 wurde die S-Kandare bei der Preußische Armee und in fast allen weiteren bundesstaatlichen Armeen des Deutschen Kaiserreiches eingeführt.

1926 | Reitvorschrift H.Dv. Nr. 12

1926 erschien eine weitere Ausgabe. Erstmalig wurde im Titel die Bezeichnung „H.Dv. 12“ (Heeresdienstvorschrift) ausgewiesen. Es gibt Meinungen, die besagen, dass diese Vorschrift das Beste war und ist, „welches für die Ausbildung von Pferd und Reiter jemals geschaffen wurde. Von den Grundlagen bis zur Hohen Schule und den Schulsprüngen wird alles erklärt„. Der Nachdruck von 1932 soll dabei weit über das Normale hinausgegangen sein – die Vorschrift erhielt ihre Vervollkommnung.

1934 | Reitvorschrift H.Dv. Nr. 12

Traditionell nahm das Pferd in der deutschen Kavallerie einen zentralen Platz auch hinsichtlich Pflege und Betreuung ein. Ein enges Verhältnis zwischen Reiter und Pferd wurde nicht nur erwartet, sondern geradezu vorausgesetzt. In dieser Ausgabe vom 18.Dezember 1934 über die Reitausbildung:

Dauernden Erfolg wird sie nur haben, wenn alle Vorgesetzten und Untergebenen von der Freude am Reiten und der Liebe zum Pferd beseelt sind.

1937 | Reitvorschrift H.Dv. Nr. 12

Eine überarbeitete Fassung (Reitvorschrift – H.Dv. 12) wurde am 18. August 1937 herausgegeben und vom Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst Werner Freiherr von Fritsch, in Kraft gesetzt. Hierin waren teilweise deutliche Veränderungen gegenüber der Ursprungsfassung von 1912. Ihre Basis war ein Entwurf von 1934.

1939 | Die Ausbildung der Rekruten im Reiten

Siegried von Haugk, der sehr gerne als direkte Quelle für die Skala der Ausbildung genannt wird, schrieb in einem „Anhang für Reitlehrer“ zu seinem Werk „Die Ausbildung der Rekruten im Reiten“ – wohl auch in kritischer Anlehnung an die Darstellung in der H.Dv.12 von 1937 – über Takt, Losgelassenheit, Anlehnung, Schwung, Geradereichten und Versammlung. Dies tat er auch in dieser Reihenfolge. Er umriss diese Punkte als die „Ziele der Dressur„. Dabei war ihm das Nacheinander in der Erarbeitung dieser Ziele wichtig. Seiner Meinung nach konnten die später anzugehenden Ziele erst durch die zuvor verwirklichten angegangen werden. Die Begriffe „Skala“ oder „Reihenfolge“ gebrauchte er im Jahre 1939 allerdings nicht.

1978 | Das Dressurpferd

Erstmalig wurde durch Harry Boldt in seinem Buch „Das Dressurpferd“ (1978 S.112) eine „sogenannten Skala der Dressurausbildung“ erwähnt, die sich aus der Folge von Takt, Losgelassenheit, Anlehnung, Schwung, Geradereichten und Versammlung definierte.

Abkürzungen

  • D.V.E. Nr. | Druck-Vorschriften Etat-Nummer (Preussen)
  • D.V. | Druck-Vorschriften (Bayern)

Quellen

  • www.bundesarchiv.de
  • D.V.E. Nr. 12 von 1912 | Digitalisierte Fassung
  • Die Reitvorschriften der berittenen deutschen Truppenteile | Wolfgang Klepzig
  • Die Skala und das System der Ausbildung – eine kritische Interpretation | Heinz Meyer | Verlag WuWei
  • Wikipedia

Autor: Richard Vizethum
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