Caféhaus-Dialog gesucht

Gräben hat es in der Reiterei schon immer gegeben. Schulen und Lehrmeinungen, ja selbst Menschen und Nationen, haben sich gegeneinander abgegrenzt. Dies hat sich bis heute nicht geändert. Das Massenphänomen „Reiten“ und die modernen Sozialen Medien haben gar zu einer massiven Verschärfung beigetragen.

Trust-your-Horse - Caféhausdialog

Wo zu früheren Zeiten noch Reiter, über alle Gegensätze hinweg, sich fachlich austauschten und dabei auf eigene Erfahrungen als Referenz zurückgreifen konnten, verkommt der „Dialog“ heute zu einer Zitatenschlacht: „X hat gesagt…“, „Y ist der Meinung …“, „Z widerspricht …“. Bildung, Erfahrungen und Selbstreflexionen spielen kaum noch eine Rolle.

Das eigene reiterliche Weltbild wird gehegt und gepflegt, die Wahrnehmung und Aufnahme von Wissen erfolgt selektiv – eben weltbildkonform.

Nun gut, das alles wäre kein Problem, würden wir über Radfahren philosophieren, doch wir haben es mit einem anderen Lebewesen zu tun. Einem Lebewesen, dem unsere Diskussionen nichts bedeuten, das aber darunter leiden muss.

Ich würde mir wünschen, dass weniger in sozialen Netzen geschrieben und sich mehr zum fachlichen Austausch getroffen wird, zu einem Austausch, bei dem Gedanken „entwickelt und nicht erarbeitet“ (Danke Dr. Hans-Walter Dörr) werden. Einem Austausch, bei dem das Pferd und dessen Wohl im Vordergrund stehen und nicht Olympiasiege das Ziel bestimmen.

Eigene Erfahrungen müssen dabei eine höhere Gewichtung haben als angelesenes Wissen. Denn häufig ist das was der Autor eines Schriftstückes mit einer bestimmten Aussage darstellen wollte, nicht das, was der geneigte Leser darunter auch versteht – denn man liest ja selektiv, dem eigenen Weltbild konform und dabei bleibt Erkenntnis auf der Strecke.

Lasst uns in Caféhäusern treffen und REDEN! Dann haben die Pferde vielleicht wieder eine Chance und wir geben der Bildung und nicht nutzlosen Informationen Raum.

Ich liebe Caféhäuser!

KLASSIK – ein paar Caféhaus-Gedanken dazu

In der Reiterei wird man häufig mit Begriffen wie „klassisches Reiten“, „klassische Reitkunst“, „klassische Reitlehre“ oder ähnliches konfrontiert. Es kommt durchaus zu kontroversen Diskussionen, tauscht man sich über diese Begrifflichkeiten aus.
Ich möchte hier einmal ein paar meiner Caféhaus-Gedanken (Pausen zwischen Reitstunden) dazu äußern, in der Hoffnung, etwas zur Aufklärung oder zum Nachdenken beizutragen.

Trust-your-Horse - der Begriff KLASSIK

Versucht man sich Klarheit durch eine schlichte Internet-Recherche zu verschaffen, so findet man den Begriff „KLASSIK“ in zweifacher Weise definiert: als Anspruchs- und als Zeitdimension (ich nenne es einfach mal Dimension).

Die Anspruchsdimension

Mit dem Begriff „Klassik“ verbindet man in dessen Beschreibung einen durchaus hohen Anspruch, ein hohes Qualitätsniveau. Neben Definitionen wie: „herkömmlich“, „traditionell“ findet man da auch „als Vorbild geltend“, oder umgangssprachlich: super, klasse. Weiter steht da „vollendet“ und „zeitlos geformt“. D.h. den Anspruch, den man aus dem Begriff „klassisch“ ableiten kann ist schlicht ausgedrückt folgender: BESSER GEHT ES NICHT (Zumindest für eine gewisse Zeit)!

Die Zeitdimension

Klassik definiert sich hier in seiner historisch zeitlichen Einordnung. So steht der Begriff u.a. für die Kultur und Kunst der griechischen und römischen Antike. In der Literatur wird die Schaffensperiode von Goethe und Schiller als Klassik bezeichnet, auf die Zeit von 1786-1832 eingegrenzt. In der Musik wird hier eine etwas längere Periode von 1730 bis 1830 angenommen. Daneben gibt es noch eine Vielzahl weiterer als „Klassik“ bezeichneter Zeitperioden.

Betrachtet man nun die verschiedenen Epochen (Kultur, Kunst etc.) genauer, die den Titel „Klassik“ im Namen mitführen, kann man erkennen, dass die Zeitdimension durch die Anspruchsdimension definiert wird. Jede als „Klassik“ bezeichnete Zeitperiode hatte in dieser Zeit das vermeintliche „besser geht es nicht“ erreicht und man wertete diese Epoche mit dem Titel „Klassik“. Solange eben nicht eine Weiterentwicklung die vorherigen Qualitäten toppte.

Wieder zurück zum Reiten

Ich greife mal einfach beispielhaft eine Institution „klassischer Reitkunst“ heraus: die Spanische Hofreitschule in Wien. Mit dem Ziel den Begriff „Klassik“ im Zusammenhang mit Reiten näher zu erläutern.

„Die Spanische Hofreitschule Wien ist die älteste Reitschule und die einzige Institution der Welt, an der die klassische Reitkunst in der Renaissancetradition der „Hohen Schule“ seit mehr als 450 Jahren lebt und unverändert weiter gepflegt wird – was auch zum immateriellen UNESCO Kulturerbe der Menschheit zählt.“ (Quelle: http://www.srs.at/)

Die Hofreitschule beschreibt sich in ihrem Intro als Institution, die eine Reitkunst zelebriert, die in der Tradition der Renaissance steht.

„Als Kernzeitraum der Renaissance wird das 15. (Quattrocento) und 16. Jahrhundert (Cinquecento) angesehen. Die Spätrenaissance wird auch als Manierismus bezeichnet. Das Ende der Epoche vollzieht sich im beginnenden 17. Jahrhundert in Italien durch den neu hervortretenden Stil des Barock.“ (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Renaissance)

Dies bedeutet, dass an der Spanischen Hofreitschule das Wissen einiger Meister dieser Zeitepoche quasi „eingefroren“ wurde – „seit mehr als 450 Jahren“, um damit deren Schaffen für Gegenwart und Zukunft zu erhalten. Bewahrung ist auch der Grund, warum die Spanische Hofreitschule in Wien zum „UNESCO Kulturerbe der Menschheit“ zählt. Einen bis dato verdienten Titel, den die Hofreitschule durch die aktuellen Entwicklungen massiv gefährdet – nebenbei bemerkt.

Nun kann man fragen, ob diese Reitkunst von vor über 450 Jahren als non plus ultra für alle Zeiten gelten darf, was den Begriff „klassische Reitkunst“ ohne weiteren Zusatz rechtfertigen würde.

Das dem in Gänze nicht so ist, drückt sogar die Hofreitschule dergestalt aus, dass sie ihre klassische Reitkunst auf die Zeit der Renaissance beschränkt und damit aber auch Weiterentwicklungen – auch im positiven Sinne – für sich ausschließen müsste.

Da die Anspruchsdimension auch die Zeitdimension des Begriffs „Klassik“ bestimmt, kann man den Titel „klassische Reitkunst“ nur dann für sich – ohne Zusatz – reklamieren, wenn es gelingt, durch positive Weiterentwicklungen ein Reitkonzept zu schaffen, welches Fehler und Unzulänglichkeiten der Reitkunst der letzten 450 Jahren beseitigt und damit eine insgesamt qualitativ verbesserte Reitlehre hervorbringt.

Betrachtet man die aktuellen Entwicklungen verschiedener Reitlehren, dann muss man allerdings attestieren, dass keine einzige davon das Recht hat, unter dem Titel „Klassische Reitkunst“ oder „Klassische Reitlehre“ zu firmieren, allenfalls mit einem Zusatz wie z.B. „des Barock“. Dies bedeutet aber auch, dass eine Reitlehre, die sich „klassische Reitkunst des Barock“ nennen würde, keine Neuerungen über das in dieser Epoche zulässige Methoden-Wissen hinaus, berücksichtigen darf.

Weiterentwicklungen im positiven Sinne hat es zwar durchaus  gegeben, die letzte durch Francois Baucher. Aber es wurden auch viele verschlechternde Eingriffe vorgenommen, so dass man leider feststellen muss, dass sich die Qualität der Reitkonzepte gegenüber der Vergangenheit eher verschlechtert hat.

EINE Reitlehre für ALLE

Würde man, ausgehend von den alten Meistern der Renaissance und der danach gekommenen Meistern, konsequent weiterdenken und folgende Grundsätze als unumstößliche Rahmenbedingungen für dieses Denken akzeptieren, dann könnte es irgendwann gelingen, dass man jenen EINEN Weg herausarbeitet. Jene EINZIGE Reitlehre für alle Reiter, alle Pferde. Machbar ist das!

Diese 4 Grundsätze sind es, die mein Nachdenken über jenen EINEN Weg leiten und bestimmen:

  • Behandle das Pferd stets mit größter Wertschätzung und Respekt
  • Das Konzept muss absolut logisch und stringent aufgebaut sein
  • Das Konzept muss eine hohe Effizienz aufweisen
  • Das Konzept muss minimalistisch angelegt sein

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Was wäre wohl aus der Reiterei geworden?

Welche Wendung hätte wohl die Geschichte der Reiterei genommen, wenn der Herzog von Orléans (Ferdinand Philippe d’Orléans, duc de Chartres) nicht am 13. Juli 1842 durch einen Kutschenunfall ums Leben gekommen wäre?

Trust-your-Horse - Herzog von Orléans

Der Herzog war ein Unterstützer und Förderer von François Baucher und ermöglichte diesem, als Oberkommandierender der Armee, seine Methode in der Armee zu erproben.
Alle Versuche, die stattfanden, zeigten die Überlegenheit der Methode von Baucher.

Das letzte und größte Experiment in Lunéville – Ostfrankreich, unter der Leitung von Bauchers Sohnes Henri, sollte nach 7 Wochen, mit einer großen Abschlussvorstellung (Caroussel) am 20. Juli 1842 enden. An diesem Experiment waren, u.a., zwei komplette Kavalleriekompanien beteiligt. Die eine Kompanie setzte sich dabei aus den besten Pferden zusammen, die nach der herkömmlichen Art ausgebildet waren. Die andere aus jungen Pferden mit nur wenigen Wochen Ausbildung, aber nach der Methode von Baucher.

Der Herzog von Orléans hatte mitgeteilt, dass er dieser Veranstaltung am 20. Juli 1842 vorstehen wolle. Diese Veranstaltung wäre mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Bauchers größtem Triumph geworden. Doch dazu kam es nicht. Am 13. Juli 1842 kam der Herzog bei einem Kutschenunfall in Sablonville zu Tode.

Zu allem Übel wurde der Herzog an der Spitze der Armee durch seinen Bruder, dem Herzog von Nemours, einem Schüler von d’Aure, dem großen Gegner von Baucher, ersetzt. Der Herzog von Nemours entschied, dass alles zu verwerfen wäre, was sein Bruder an dieser Stelle eingeleitet habe.

Entgegen aller positiven und zum Teil begeisterten Schriftstücke, die von allen Offizieren über Bauchers Methode verfasst wurden, hielt der Herzog daran fest, Bauchers Methode bei der Armee nicht anzunehmen. Er sagte (zu Unrecht): „Ich möchte keine Methode, welche die Vorwärtsbewegung beeinträchtigt„.

„Je ne veux pas d’un systéme qui prend
sur l’impulsion des chevaux.“

(Duc de Nemours)

Ein Zitat, welches Louis Seegers aufgriff und zum Anlass nahm, sein Anti-Baucher-PamphletEin ernstes Wort an Deutschlands Reiter“ zu verfassen.

Als Baucher mit seiner Methode auch in Berlin für anfängliche Begeisterung sorgte – so das sich die örtlichen Berufsreiter gekränkt fühlten (die Zeiten ändern sich nie!) und diese angeführt von Seegers mit heftigen verbalen Breitseiten antworteten, gipfelnd in eben jenem Pamphlet – wurde Bauchers Zukunft in Deutschland zunichte gemacht.

Bahn frei für Steinbrecht.

Was nun aber wäre aus der Reiterei geworden, wenn der Herzog nicht ums Leben gekommen wäre?

Die Beantwortung überlasse ich dem geneigten Leser.

Quellen
  • Baucher et son Ecole – General Decarpentry
  • Francois Baucher – Enfant terrible oder Genie – J.C. Racinet
  • Ein ernstes Wort an Deutschlands Reiter – Louis Seeger

Autor: Richard Vizethum
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Körperspannung des Reiters

Der Reiter muss wie ein leeres Blatt Papier sein, er „ruht“ auf dem Pferd. Keine Spannung, die über das, was für den Erhalt der aufrechten Haltung notwendig ist, hinausgeht, darf in seinem Körper vorhanden sein.

Es sind die gezielten An- und Abspannungen im Körper, mit denen er – aus dieser neutralen Position heraus – klar und unmissverständlich mit dem Pferd kommunizieren und seine Anweisungen formulieren kann.

Trust-your-Horse - Körperspannung des Reiters

Würde der Reiter von Grunde auf, beispielsweise durch Emotionen, Spannungen aufgebaut haben, dann wäre er vergleichbar mit einer Person, die neben mir stehend, laut Selbstgespräche führt. Diese Person kommuniziert zwar nicht mit mir, textet mich aber dennoch sinnlos zu.

Der Reiterhintern – DAS wichtigste sprachliche Element

Wenn es beim Reiter ein Körperteil gibt, welches er aber besonders gerne und in nahezu jeder Situation und überwiegend unbewusst anspannt, dann ist es sein Hintern. Da dieser aber DAS wichtigste „sprachliche“ Element in der Körperkommunikation mit dem Pferd ist und mit ihm natürliche Reflexe beim Pferd genutzt werden, darf dieser nur gezielt unter Spannung gesetzt werden.

Meist aber führt der Reiter damit sinnlose Selbstgespräche und belästigt sein Pferd statt ihm eine klare, verständliche Botschaft zu übermitteln.

Lieber Reiter, entspann Deinen Hintern und führe keine Selbstgespräche.

Der besseren Lesbarkeit wegen wird auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher Sprachformen verzichtet.

Autor: Richard Vizethum
Notiz zu „Die Grammatik des Reitens
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Es menschelt – ein durchaus zulässiger Vergleich

Mitunter ist es ganz hilfreich, wenn man versucht über den Tellerrand hinaus zu blicken, eine Situation von einem anderen Blickwinkel heraus zu betrachten. So unterschiedlich wie wir Menschen oft glauben, sind Mensch und Tier gar nicht. Eine kleine Geschichte mit Mensch und Pferd als Protagonisten soll dies illustrieren.

Trust-your-Horse - Es menschelt

Es menschelt – ein durchaus zulässiger Vergleich

DER MENSCH (1)
Dieser Mensch, beispielsweise ein Buchhalter, der tagaus, tagein Zahlen in ein Buchhaltungssystem einträgt. So unspektakulär dies sein mag, so verhilft es ihm dazu ein relativ entspanntes Leben zu führen. Dies strahlt auch auf sein Privatleben aus, wo er sich in einer harmonischen Beziehung befindet. Mitunter schielt er vielleicht doch etwas neidisch auf manch „Besserverdienenden“.

DAS PFERD (1)
Ein etwas rangniedrigeres Tier, beispielsweise ein Wallach, welches tagaus, tagein mit den anderen Herdenmitgliedern über die Weide zieht, Gras frisst, ein Nickerchen macht oder Sozialkontakte pflegt. Seine Wachsamkeit hält sich in Grenzen und damit auch der alltägliche Stress. Nur manchmal wünscht es sich vielleicht einen begünstigteren Schlafplatz. Es freut sich, wenn seine Reiterin am Abend kommt und für Abwechslung sorgt. Gerne lassen beide zusammen den Tag bei einem entspannten Geländeritt ausklingen.

DER MENSCH (2)
Natürlich hat dieser Buchhalter auch immer mal wieder den Gedanken seinen Status zu verbessern, mehr Verantwortung, mehr Geld, vielleicht ein größeres Büro zu bekommen.

DAS PFERD (2)
Es würde dem Pferd durchaus gefallen, einen günstiger gelegenen Schlafplatz oder die Möglichkeit zu erhalten, früher an gutes Futter zu kommen.

DER MENSCH (3)
Eines Tages erhält der Buchhalter eine, über seinen beruflichen Alltag hinausgehende Herausforderung. Man eröffnet ihm, dass eine Betriebsprüfung anstehen würde und er dafür Sorge zu tragen habe, dass den Prüfern alle Unterlagen klar strukturiert zur Verfügung zu stellen sind.

DAS PFERD (3)
In der Pferdeherde ergibt sich ein Wechsel. Es gehen ein paar Pferde – darunter auch ein ranghoher Wallach – und es kommen zwei neue Pferde dazu. Mit einem Mal sieht sich der Wallach aus unserer Geschichte völlig unvermittelt in einer relativ ranghohen Position.

DER MENSCH (4)
Diese neue Verantwortung macht den Menschen unsicher. In einer vergleichbaren Situation war er bisher noch nicht. Er verspürt Nervosität und sein Stresspegel steigt.

DAS PFERD (4)
Auch für das Pferd bringt diese plötzliche neue Herdenposition Verantwortung mit sich. Wo er früher entspannt grasen konnte, muss er sich nun mehr und mehr der Herde und dessen Umfeld zuwenden. Im Grunde aber ist es keine Führungspersönlichkeit (wie beispielsweise eine echte Leitstute) und damit bringt diese Verantwortung eine Zunahme der Nervosität und ein Ansteigen des Stresses mit sich.

DER MENSCH (5)
An diesem Abend kommt unser Buchhalter nach Hause, nicht so entspannt wie sonst. Ihm beschäftigen die neue Aufgabe und die damit verbundenen Herausforderungen. Unbewusst fühlt er sich dem nicht gewachsen. Seine Partnerin hatte dagegen einen guten und entspannenden Tag gehabt und ist voller Vorfreude, hat sie doch den Plan gefasst, mit ihrem Mann ins Kino zu gehen. Sie hat sich extra einen Film herausgesucht, den er schon lange sehen wollte.

DAS PFERD (5)
Das Pferd läuft in der Herde immer wieder auf und ab und findet nur wenige Momente in dem es ruhig grasen kann. Am Abend kommt seine Reiterin, völlig entspannt und in Vorfreude auf einen gemütlichen Ausritt vorbei. Ihr Plan ist eine Strecke, auf der beide sehr gerne unterwegs sind.

DER MENSCH (6)
Der Kinobesuch kommt unserem Buchhalter gar nicht gelegen und er reagiert etwas gereizt auf das Ansinnen seiner Partnerin. Er will eigentlich nicht ins Kino, hat er doch seine Gedanken ganz wo anders. Doch seine Partnerin, die sein Verhalten so gar nicht verstehen kann, bringt ihn schließlich doch dazu mitzukommen, auch wenn ihre Stimmung durch sein Sträuben nicht mehr ganz so euphorisch ist. Angespannt machen sie sich auf den Weg ins Kino. Sie hofft, dass der Film ihn wieder etwas entspannt.

DAS PFERD (6)
Am Anbinder kehren die Gedanken des Pferdes immer wieder zur Herde zurück. Unruhig trippelt es, sehr zum Erstaunen seiner Reiterin, immer wieder hin und her. Sie putzt und sattelt es dennoch. Als sie losgehen, versucht das Pferd noch einmal deutlich zu machen, dass es heute ganz und gar nicht von der Herde wegmöchte. Reiterin und Pferd verlassen schließlich etwas angespannt den Hof. Die Reiterin hofft, dass sich ihr Pferd auf den schönen Sandwegen wieder beruhigen wird.

DER MENSCH (7)
Der Film bringt unseren Buchhalter keineswegs auf andere Gedanken, ganz im Gegenteil, alles um ihn herum reizt ihn. Die laute musikalische Untermalung des Films ebenso wie ein Popcorn essender Zuschauer ein paar Plätze weiter. In diesem Moment will er einfach nur noch nach Hause. Dieses Anliegen macht er auch seiner Partnerin deutlich, was diese wiederum überhaupt nicht verstehen mag und so kommt es zu einem Disput, der damit endet, dass der Buchhalter aufsteht und das Kino gereizt verlässt – Ziel: nach Hause.

DAS PFERD (7)
Jedes Geräusch erschreckt unser sonst so unerschrockenes Pferd. Auch die sonst so entspannenden Galoppaden auf den langen Sandwegen kann es nicht wirklich genießen. Bei jeder Abzweigung, die zum Hof zurückführt, versucht es seiner Reiterin deutlich zu machen, dass es nach Hause in den Stall möchte. Die Reiterin, die sich auf diesen Ausritt gefreut hatte, kann das Verhalten ihres Pferdes nicht verstehen und reagiert entsprechend missbilligend. Doch schließlich gibt sie sehr verärgert aber auch resigniert auf und nimmt den nächsten Weg zurück. Das Pferd will nur noch nach Hause.

DAS FAZIT dieser beiden Geschichten kann der geneigte Leser gerne selber ziehen.

Vielleicht aber helfen Dir diese Geschichtchen dabei genauer hinzusehen, um das Verhalten Deines Pferdes besser zu verstehen. DAS PFERD HAT IMMER RECHT! JA! – aber nicht immer ist der Reiter der Grund, warum man sich manchmal nicht versteht.

Der besseren Lesbarkeit wegen wird auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher Sprachformen verzichtet.

Autor: Richard Vizethum
Eigene Notizen
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