Das Pferd hat immer Recht!

Wie oft hört man Sätze wie „Mein Pferd verarscht mich doch schon wieder!“ oder „Der Gaul will mal wieder nicht!“. Solchen und ähnlichen Aussagen ist eines gemeinsam:

Sie geben dem Pferd die Schuld an einer Situation

Old-Rose - Das Pferd hat immer Recht

Da Pferde aber nicht, wie wir, über die Zukunft nachdenken, sind sie auch nicht zu arglistigen Gedanken fähig. Pferde handeln im Hier und Jetzt und sie reagieren IMMER angemessen auf die gegebene Situation. Dabei spielt natürlich auch der Selbstschutz eine große Rolle.

Das was wir Denken bestimmt unser Handeln!

Wenn man davon ausgeht, dass das Pferd schuld an einer Situation ist, dann wird man auch entsprechend korrigieren, denn das Denken („DAS PFERD ist schuld!“) bestimmt unser Handeln („Ich muss DAS PFERD korrigieren!“). Die Folge: Man korrigiert falsch und die Situation verschlechtert sich.

Verschlimmert wird dieses Denken auch dadurch, dass man den, von vielen Trainern immer wieder gerne verwendeten Begriff von „Dominanz“ im Hinterkopf hat und „Dominanzprobleme“ unterstellt. Bei Pferden geht es so gut wie nie um Dominanz, sondern immer nur um Vertrauen.

Eine falsche Korrektur aber stört dieses Vertrauen

Deshalb hört auf, solche Sätze wie oben auch nur zu denken. Fragt euch stets: „Was habe ICH falsch gemacht!“. Dann werdet ihr auch richtig und angemessen korrigieren und das Vertrauen eures Pferdes behalten.

4 Gedanken zu „Das Pferd hat immer Recht!

  1. Das stimmt unbedingt (!) und ich bin glücklich, dass ich mein Pferd versucht habe nach diesen Prinzipien zu schulen…. Es war ein hartes Stück arbeit AN MIR SELBST !!! Ich hatte aber das Glück diese Dinge bei Sadko G. Solinski selbst noch lernen zu dürfen und er war unbarmherzig. Dafür bin ich heute sehr dankbar!
    Für viele Menschen ist es sehr schwer dieses Prinzip zu erlernen, denn das heißt „Selbstbeobachtung“ / „Selbstreflektion“ – das können nur Wenige und Viele wollen es auch nicht, denn das heißt auch „Selbstkritik“ – und wer will das schon – es ist heute ja so einfach die Schuld immer nur bei dem anderen zu suchen!
    Oft sind es sogar Reitlehrer, die am Pferd rumkritteln und gar nicht sehen, was der Reiter gerade falsch macht – so eine Geschichte hab ich selbst erlebt mit einem recht bekannten Lehrer der Lusitanoszene – vor vielen Jahren. Ich sollte Konterschulterherein an der langen Seite gehen – aber mein noch junger Hengst fing nach dem ersten richtigen Schritt immer wieder an rückwärts zu gehen… der Lehrer wurde ungeduldig und da mein Hengst noch unerfahren war, meinte der Lehrer das Pferd würde sich widersetzen … ich sollte die Gerte einsetzen und mich bei dem Hengst „durchsetzen“…. Ich stutzte, denn ich wußte das Mo immer gern mit mir zusammen arbeitet und sich jedesmal freute, wenn er mir zeigen konnte was er schon alles kann oder das er kapiert hatte, was wir zusammen üben wollten … er hatte sich bis dahin niemals widersetzt – dazu war er viel zu lernbegierig unf freudig dabei. Ich hielt kurz inne und konzentrierte mich dann ganz auf mich und beobachtet meine eigene Körperhaltung und -bewegung – der ach so tolle Lehrer war mir völlig Schnuppe … und ich spürte, dass ich meinen Oberkörper immer ein ganz klein wenig nach vorn beugte und dabei auch mein Becken verschob, sobald Mo mit der Übung anfing … Genau das war aber unser Signal zum Rückwärtsgehen (!) .. Mo hat also völlig richtig auf das Signal reagiert – und zwar so super fein, dass es mir kaum auffiel und der Lehrer es nicht mal gesehen hat. Ich korrigierte meine Körperhaltung und plötzlich klappt es … Nun war es an dem Lehrer zu stutzen … Was für ein riesen großer Fehler und Vertrauensbruch wäre es gewesen, wenn ich Mo dafür bestraft hätte, das er auf das Signal „rückwärts“ ganz korrekt „rückwärts“ ging … nicht auszudenken!!!
    Solche kleinen Geschichten gab/gibt es viele und manchmal ist es ein Puzzelspiel die winzigen Signale an mir selbst zu entdecken, um zu wissen worauf genau mein Pferd jetzt gerade reagiert hat, wo ich doch ggf. was anderes wollte …. Er macht nie etwas falsch – oft muss ich anschließend schmunzeln oder über mich selbst lachen! Er dankt es mir mit grenzenlosem Vertrauen auch in brenzligen Situationen.

    • Find ich klasse das Du auf der Seite Deines Pferdes geblieben bist, für so was hassen einen die meisten Trainer. Ich erlebe gerade einen Trainer der tatsächlich drüber nachdenkt wenn wir was feststellen und auch ändert. Das ist so wertvoll, vor allem wenn man sieht, das das Pferd sofort positiv reagiert. Ich denke wir alle machen mal Fehler, aber der Mensch ist in der Lage zu korrigieren, das Pferd hilfreich zu unterstützen, unsere eigenen Fehler erkennen und korrigieren… das bringt Erfolg.. Der Sitz ist stetig zu korrigieren und das kommt irgendwie immer zu kurz

  2. Pingback: Es menschelt – ein durchaus zulässiger Vergleich | Trust-your-Horse

  3. Ja denke auch das wir Menschen mit beobachten der Pferde ganz viel lernen können….
    Habe mir meinen Schimmel im April geholt, der kein longieren und kaum Platz konnte…und jetzt ein halbes Jahr später longieren ich ihn ohne alles auf den offenen Reitplatz….
    Vertrauen, beobachten und lernen vom Partner Pferd ist alles und dann kann man durch Dick und Dünn gehen zusammen….

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